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Salzauslaugung und Braunkohlenbildung im Geiseltalgebiet bei Merseburg.

Herrmann, Rudolf

Kurzfassung

Die Theorie WEISSERMEL'S von der Bildung der mächtigen Braunkohlenflöze Mitteldeutschlands bei steigendem Grundwasser in durch Deflationswirkung vorgebildeten Hohlformen ist nicht auf die Geiseltalbraunkohle anwendbar. Diese Theorie steht zu physisch-geographischen Tatsachen in Widerspruch, und das Profil des Beckenuntergrundes und des Flözes entsprechen nicht den Folgerungen, die aus dieser Theorie hervorgehen. Das Flözprofil der Geiseltalbraunkohle beweist vielmehr die Richtigkeit der Senkungstheorie. Wie sich aus der Geologie der weiteren Umgebung des Geiseltales ergibt, kann diese Senkung ohne Schwierigkeiten auf das Zurückgehen eines in der Längsrichtung des Kohlenbeckens liegenden Salzhanges während der Flözbildung zurückgeführt werden. Auch für die übrigen Braunkohlenbecken Mitteldeutschlands bietet die Theorie WEISSERMEL'S keine bessere Erklärungsmöglichkeit als die Senkungstheorie. Den Bemühungen WEISSERMEL'S muß es jedoch als Verdienst angerechnet werden, auf die geologischen Probleme der Braunkohlen-Bildungsräume erneut und nachdrücklich hingewiesen zu haben.