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Glanzkohlengänge in der Braunkohle des Habichtswaldes

Hummel, Karl

Kurzfassung

Frühere Beobachtungen über das gangförmige Auftreten von Glanzkohle in Salzhausen (Vogelsberg) konnten durch die Feststellung ähnlicher Glanzkohlengänge in der Zeche Roter Stollen (Habichtswald) ergänzt werden. Die bis zu 1/2 m mächtigen, weithin in parallelen Zügen durchstreichenden Gänge sind aus mehreren, 5-10 cm mächtigen, parallel dem Salband verlaufenden Bändern von Sand und Glanzkohle zusammengesetzt. Der Sand gleicht dem Hangendsand, enthält jedoch 30% brennbare Humusstoffe. Außer in diesen Gängen findet sich die Glanzkohle lagerförmig besonders als Imprägnation von Lignitstücken. Die Glanzkohlen sind keine Kontaktprodukte, sondern erstarrte Humusgele (Dopplerit), welche die tektonisch bedingten Spalten im Flöz zusammen mit dem von oben eindringenden Sand erfüllten. Die Humusgele entstehen durch Lateralsekretion aus der Kohle; sie sind Produkte der beginnenden Metamorphose und als solche vergleichbar mit den Kalkspat- und Quarzgängen, welche sich in anderen Gesteinen im Bereich stärkerer Metamorphose bilden. Bei den empfindlichen Kohlegesteinen setzt die Gangbildung durch Lateralsekretion schon in der Zone der plastischen Tone ein. Die Temperatur- und Druckerhöhung im Zusammenhang mit den Basalteruptionen haben vermutlich den Sekretionsvorgang begünstigt.