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Geologie und Naturschutz.

Potonié, Robert

Kurzfassung

Es wird gezeigt, wie sehr geologische Naturgegenstände der Zerstörung ausgesetzt sind und wie die gesetzliche Grundlage des Naturschutzes allein nicht genügt, wissenschaftlich wertvolles Gut zu erhalten; der Geologe aber und alle Stellen, die die Geologie zu vertreten haben, können von sich aus viel zum Schutz geologischer Naturdenkmäler beitragen. Gerade der Geologie tut das Naturdenkmal als Unterrichtsgegenstand und Forschungsobjekt besonders not. Viele Naturdenkmäler haben bedeutenden Seltenheitswert, andere müssen als ,Belege" (als ,Originale") wichtiger Arbeiten der geologischen Literatur betrachtet werden. Vor allem aber ist das geologische Naturdenkmal Gegenstand und Anreger zu weiterer Forschung. Die Zerstörung solcher Dokumente muß dem Fortschritt der Wissenschaft sehr schädlich sein, wenn auch Fälle zugegeben werden müssen, in denen gerade übertriebener Naturschutz der Geologie schadet. Dennoch muß alles getan werden, den Schutz geologischer Naturdenkmäler zu fördern. Es wird dargestellt, in welcher Weise hier Geologische Landesanstalten, Geologische Institute, Museen und der einzelne Geologe schon wirken und noch weiter wirken können. Naturdenkmäler müssen ergänzen, was als notwendiges Werkzeug der Wissenschaft in unseren Museen lagert. Wir brauchen nicht allein eine Inventur der geologischen Naturdenkmäler und eine Aufnahme der noch nicht geschützten, wissenschaftlich wertvollen geologischen Objekte, wir müssen auch nach den wenigen, schon vorhandenen Vorbildern, das Naturdenkmal in weitestem Maße dem Unterricht und der Forschung nutzbar machen. Vorschläge zu neuen Naturdenkmälern sollte der Geologe stets nur fachlich begründen, hier hat er seine stärkste, dem Naturschutz dienende Waffe.