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Subaërische Sedimentation und Hochspannungserscheinungen.

Klähn, Hans

Kurzfassung

Es ist aus der Natur bekannt, daß Wüstensand bei der Bewegung durch die Luft elektrisch wird, wie z. B. J. WALTHER von der afrikanischen Wüste berichtet. Sehr hohe Spannungsdifferenzen bekam RUDGE, als er die Spannung des Sandes eines Sandsturmes von Bloemfontein mit Hilfe einer Apparatur auffing. Über Laboratoriumsversuche ist zu sagen: CH. E. S. PHILIPS ließ Sand aus einem Gefäß auf eine Platte aus Zinn, Holz oder Papier laufen, welche mit einem Elektrometer verbunden war; hierbei erhielt er bedeutende Spannungen, welche jedoch bald fielen. KÄHLER und DORNO geben an, daß Insektenpulver, Mehl, Aschenstaub, Zimmerstaub usw. beim Verblasen elektrisch werden, und zwar sollen kleinere Körnchen negativ, größere positiv geladen sein. STÄGER beobachtete beim Durchleiten von Sand durch ein Glasrohr Leuchteffekte im Dunkeln. Meine a.a.O. erscheinenden Untersuchungen sollten zeigen, ob die bei der Bewegung von Sand erzeugten elektrischen Spannungen andere Eigenschaften desselben beeinflussen; hierbei ist der Einfluß der Luftadsorption (SPRING) ZU berücksichtigen. An dieser Stelle soll nur von den Spannungen die Rede sein, welche man mit dem geologischen Körper ,Sand" bei subäerischer Sedimentation erhält. (Auswahl von eigenen Versuchen.) Benutzt wurde Küstensand von Warnemünde und Dörentruper Kristallsand (,OB"). Letzterer enthält 99,82% SiO2 bei 0,3-0,1 mm Korngröße. Ferner wurde Dörentruper Quarzmehl benutzt. Die relative Feuchtigkeit im Versuchsraum betrug 45-50%, die Temperatur 25-30° C. Zuerst führe ich eine Reihe von Versuchen an und versuche unter Nr. 8 eine Erklärung für deren Ausfall zu geben. 1. Schüttet man 16 cm3 Sand von einem Reagenzglas (a) in ein anderes (b), welches mit einem Elektrometer verbunden ist, so erhält man 500 Volt Spannung. Dabei ist a positiv, b negativ elektrisch, was auch für den Sand zutrifft, solange er sich in a bzw. in b bewegt (Abb. 1). 2. Rieseln 200 cm3 Sand durch einen isoliert befestigten Glastrichter (mit einer 1,5-2 mm großen Ausflußöffnung) in einen Standzylinder, so erhält man bei Erdung von Trichter und Zylinder 0 Volt, bei Erdung des Trichters und Nichterdung des Zylinders 800 Volt, bei Nichterdung von Trichter und Zylinder 3000 Volt (Abb. 2). Sand oben: +, unten: -. Das Erden wurde so vorgenommen, daß ein mit der Erde verbundener Draht in das Trichterrohr eingeführt wurde. ...