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Humusböden in Südwestafrika.

Range, Paul

Kurzfassung

Bei der Teilnahme an dem Internationalen Geologenkongreß in Südafrika und einer anschließenden zweimonatlichen Bereisung von Südwestafrika richtete ich mein Augenmerk unter anderm auch auf die dort auftretenden Bodenarten. Mir waren von meiner früheren Tätigkeit als Reichsgeologe in diesem Subkontinent moorartige Bildungen vom Waterberg in Südwestafrika sowie Schwarzerde gleichfalls aus dem Norden dieses Landes in Erinnerung, da aber meine ausführlichen Routenbücher durch den Weltkrieg in Verlust geraten sind, kann ich auf diese älteren Notizen nicht zurückgreifen. Ich habe nun die mir von damals bekannten Gegenden erneut besucht, Bodenproben entnommen und Pflanzen gesammelt und gebe die zum Teil allerdings immer noch fragmentarischen Ergebnisse hierunter wieder. 1. Gehängemoore am Waterberg: Der Waterberg im Norden Südwestafrikas ist eine etwa 80 km lange und bis 20 km breite Schichttafel der obersten Karrooformation, die vornehmlich von rötlichem Sandstein mit dünnen Lettenzwischenlagen aufgebaut wird. Diese Schichtentafel fällt mit geringer Neigung nach Südosten ein. Daher tritt das gesamte auf das Plateau fallende Regenwasser in einer Reihe ergiebiger Quellen am Südhang zutage. Die Quellen an der Siedlung Waterberg liefern mindestens 500 Tages-cbm. Der Quellaustritt liegt am oberen Drittel des Hanges. Unterhalb von diesem befindet sich eine mehrere Hektar große Fläche mit einer ausgesprochenen Moorvegetation. Die hier wachsenden höheren Pflanzen sind von denen des übrigen Südwestafrika durchaus verschieden. Es sind edaphisch bedingte Torfbewohner. Sphagna wurden nicht beobachtet, dagegen kommen mehrere Arten von Braunmoosen vor. Leider ist dieses Moor nicht mehr im Urzustande, sondern als wertvoller Boden zum größten Teil in Orangen-Pflanzungen umgewandelt. Die ursprüngliche Vegetation läßt sich daher nur noch an einigen Stellen beobachten und wird wohl in wenigen Jahren durch weitere Absenkung des Grundwasserspiegels völlig verschwunden sein. Abzugsgräben sind in das Gehängemoor eingesenkt, welche zeigen, daß die Mächtigkeit der Moorerdebilduner mehrere Meter beträgt.