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Über jungen Vulkanismus südlich vom Viktoria-See und eine diluviale Trockenperiode in Zentral- und Südafrika

Beetz, Werner

Kurzfassung

1. Junger Vulkanismus südlich vom Viktoria-See; Während der Untersuchung von Diamantseifen in Zentral-, Ost- und Südafrika hatte ich Gelegenheit, geologische Beobachtungen zu maohen, die von allgemeinem Interesse sein dürften und über die ich an dieser Stelle kurz berichten möchte. Es handelt sich einmal um den Nachweis junger - wahrscheinlich jungtertiärer - vulkanischer Gesteine südlich vom Viktoria-See in Ostafrika und ferner um junge Ablagerungen, die das Vorherrschen von normal - aridem bis extrem - aridem Klima während des Diluviums in großen Teilen von Zentral- und Südafrika außer Zweifel stellen. Von dem geologisch recht wenig bekannten Gebiete zwischen Viktoria-See und der Zentralbahn (Daressalam-Tabora-Kigoma) wurden im Jahre 1925 Diamantfunde bekannt, deren Entdeckung Jahre zurücklag (1917), aber deren systematische Ausbeutung erst von 1925 an erfolgte. Als Ursprungsgestein der Diamanten wurde an zahlreichen Stellen Kimberlit aufgefunden, d. h. dasselbe vulkanische Gestein, das auch in Südafrika als Ursprungsgestein der Diamanten bekannt ist. Bauwürdige Lagerstätten sind bisher nur in alluvialer, oder eluvialer Ausbildung gefunden und ihre Bedeutung war recht beschränkt; die bekanntgewordenen Funde sind gegenwärtig fast erschöpft. Von größtem Interesse war die Feststellung von jungem Vulkanismus in dieser Gegend. Während meines Aufenthaltes auf diesen Diamantfeldern gelang es mir, etwa 60 km südlich von Muansa einen alten Vulkan aufzufinden. Dieser bildet einen Berg, der deutlich der Landschaft aufgesetzt erscheint; er bedeckt mit seinem Massiv etwa 50 qkm. Die Eingeborenen nennen den Berg Mamani, er bildet die Grenze zwischen den Landschaften Buhungukira und Rima (oder Bulima). Ich schlage vor, den Berg Mamani-Vulkan zu nennen. Das Gestein ist, soweit meine Proben besagen, ein Nephelinit. Ein eigentlicher Krater ist nicht mehr zu sehen, jedoch ist der mächtige Ringwall vorhanden, der an der Ostseite von einem Wasserriß durchbrochen ist. Tuffe am Osthang führen - rieben Jaspis und Chalcedon - Arsenkies und etwas Schwefel; Tuffe treten auch im südlichen Hauptkessel auf. Ein gangartig am Osthang im Liegenden herausgewittertes Gestein erwies sich bei der mikroskopischen Untersuchung als Arkose und stellt wahrscheinlich einen unter dem Nephelinit erhalten gebliebenen Rest vormaliger Bedeckung mit Schichten einer auch sonst in dieser Gegend aufgefundenen Tafelbergformation dar, die zum Tanganyika-System gerechnet werden muß. ...