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Geologische Untersuchungen im Hohen Ifen-Gottesackergebiet.

Strobel, Ernst

Kurzfassung

Geographische Übersicht: Das in dieser Arbeit geologisch beschriebene Gebiet gehört dem hinteren Bregenzer Wald an. Es liegt an der Grenze des Bregenzer Waldes zum Allgäu. Die Gebietsumgrenzung verläuft etwa folgendermaßen: Im Norden bilden die Hirschgundenach und die Starzlach die Grenze. Im Westen schließt die vom Hochgerach herunterfließende Subersach das Gebiet ab. Im Osten bildete die Reichsgrenze von der Kanzelwand bis zum Söllereck die Begrenzung Nach Süden erstreckt sich das bearbeitete Gebiet bis zum Südrand der topographischen Karte Blatt Sonthofen (1:50 000). Die Lage des bearbeiteten Gebietes ist aus der geologischen Skizze des Bregenzer Waldes ersichtlich (Abb. 1). Die höchste Erhebung ist der Hohe Ifen (2230 m), der tiefste Punkt befindet sich in der Breitachklamm mit 914 m Meereshöhe. An die markante Felstafel des Hohen Ifens schließen sich im Norden die öden Karrenfelder des Gottesackerplateaus und die Felsmauern der Gottesacker wände an. Südlich und östlich vom Kreidegebiet des Hohen Ifen - Gottesacker verläuft die südliche Flyschzone. Ihre Haupterhebungen sind Steinmandl - Ochsenhofer Köpfe - Waldmendinger Horn - Heuberg. Östlich der Breitach setzt sich dieser Zug fort, mit den Bergen: Fellhorn - Schlappoldkopf - Söllereck. Auf dem Grat vom Fellhorn zum Söllereck verläuft die Reichsgrenze. Sind im Ifen-Gottesackergebiet hohe Felswände und öde Karrenfelder bezeichnende Landschaftszüge, so zeigt das Flyschgebiet ein wesentlich anderes Aussehen. Das Flyschland ist durch seine weichen und mannigfaltigen Geländeformen ausgezeichnet und trägt im allgemeinen den Charakter eines von Almen und Wäldern bedeckten Alpen-Vorlandes. Im Süden schließt sich an die Flyschzone die oberostalpine Allgäudecke an, so bildet den Abschluß des Walsertales der Widderstein mit seinen kühnen und schroffen Dolomitwänden. Geologische Erforschung des Gebietes: Von kurzen, älteren geologischen Notizen (ESCHER VON DER LINTH, SCHAFHÄUTL) abgesehen, findet sich die erstere größere Arbeit über das Kreidegebiet im Jahrbuch der K. K. geol. Reichsanstalt 1879 von M. VACEK. Die stratigraphische Gliederung ist der heutigen nicht mehr ganz entsprechend. VACEK erkannte aber klar die Grundzüge der Stratigraphie und Tektonik. Nach ihm gibt GÜMBEL in seiner Geologie von Bayern eine kurze Beschreibung des Gebietes. Unter den neueren Arbeiten sind hauptsächlich die von H. MYLIUS zu nennen. MYLIUS behandelt jedoch nur den Südteil des Gebietes. Im westlichen Teil des Bregenzer Waldes war in den letzten Jahren die geologische Erforschung sehr rege. Vor allem sind es Schweizer Arbeiten von A. Heim, Schaad, Straeter, Van Thiel und Sax. ...