Original paper

Die Konglomerate von Usakos in Südwest-Afrika.

Gürich, G.

Kurzfassung

Zu der Mitteilung von ZÖLLER und JOH. BÖHM in dieser Zeitschrift. Bd. 81, 1929, S. 471, erlaube ich mir eine kurze Bemerkung: Die von Herrn ZÖLLER erwähnten Ablagerungen werden wahrscheinlich im Lande einige Verbreitung haben. Auf meiner Karte von 1891 (Mitt. Geogr. Ges., Hamburg) habe ich junge Konglomerate nordwärts von Usakos, fast halbwegs nach Karibib am Nordufer des nach Norden gerichteten Knies des ,Kachab" (Karte 1:500 000, Blatt Omaruru), eingetragen. Die Gerölle dieser Bänke wurden damals nicht näher untersucht, aber der Unterschied von den sonst reichlich auftretenden Flußschottern hat mich eben zu der besonderen Eintragung in der Karte veranlaßt. Ein weiteres Vorkommen beobachtete ich am Kuisib, zwischen den Wasserstellen ,Umib" und ,Nadab" (1889), etwas näher von Umib. Die Bänke sind in einer nördlichen Seitenschlucht ziemlich hoch über der Kuisib-Sohle angeschnitten. Ich schätzte damals ihre Mächtigkeit zu 20 m. Die Gerolle waren über kopfgroß, der Anbruch des Konglomerates in der Gehängewand erschien auffällig schwarz, wie mit Manganhydroxyd überzogen. Beide Arten von Konglomeraten gehören nicht dem heutigen Erosionssystem an, sie sind älterer Entstehung. Die Umib-Konglomerate liegen etwas über 500 m, die Usakos-Konglomerate bei 900 m Meereshöhe; ich sah sie damals als alte Flußschotter an und dachte an Jung-Tertiär. Nun ist in einem Gerölle bei Usakos eine Schnecke gefunden worden; an der Zuverlässigkeit des Fundes ist, wie mir Herr ZÖLLEU ausdrücklich bestätigte, nicht zu zweifeln. JOH. BÖHM bestimmte die Schnecke als Cassidaria und hält sie für Eozän, aber obere Kreide braucht nicht ausgeschlossen zu sein. (Man vgl. HAUGHTON'S Ammoniten-Fund von Bogenfels!) In Angola sind eozäne Konglomerate bis 250 m Seehöhe bekannt. (ZÖLLER-FABER a. a. O., S. 473.) Im Diamantengebiet von Süd-West ist marines Eozän bis 160 m Meereshöhe nachgewiesen. Festlandsbildungen der sogen jüngeren Rivierzeit, also wohl dem älteren Jung-Tertiär angehörig, reichen an der Buntfeldschuhkante bis 224 m Meereshöhe (E. KAISER, Diamantenwüste Südafrikas, Bd. 2, S. 46). Von Meeresablagerungen sind diese nicht mehr überdeckt. Die Hebung des Landes über den Meeresspiegel nach der mitteleozänen Tiefenlag des Küstengebietes läßt sich also hier nur zu 160 m annehmen. ...