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Ein neuer Beitrag zum Dolomitproblem.

Udluft, Hans

Kurzfassung

Die Untersuchungen von O. BAER und sein Schnittpunkt der Löslichkeitskurven sind die Grundlagen dieser Ausführung gewesen. Es ist versucht worden, Zahlenwerte für den Kohlensäurepartialdruck verschiedener Gewässer, denen eine Dolomitisierung zuzuschreiben ist, zu geben. Es hat sich gezeigt, daß 1. die Partialdrucke im Meerwasser im allgemeinen unter dem ermittelten Schnittpunkt liegen, doch sind solche Werte gemessen worden, die den Kurvenschnittpunkt erreichen oder überschreiten (UDLUFT 1929), 2. in Thermen liegen die Partialdruckwerte über dem Schnittpunkt. Wenn genügend Mg in diesen aufsteigenden Lösungen vorhanden ist, scheinen sie ohne weiteres zur Dolomitisierung befähigt. 3. In der Bodenluft und dem damit in Gleichgewicht stehenden Grundwasser liegen sie wohl im allgemeinen unter dem Schnittpunkt. Sie steigen aber auch über den Schnittpunkt an. Die Höhe von 22 x 10-4 Atmosphären (für 17°) wird aber fraglos erreicht. Wenn die Temperaturbedingungen geeignet sind, und Magnesium in Lösung vorhanden ist, sind die Voraussetzungen für die Umwandlung des Kalkes in Dolomit erfüllt. 4. Auch in einem ganzen abgeschlossenen Meeresbecken scheint ein Partialdruckanstieg möglich zu sein und führt in diesem Fall die Ausscheidung primären Dolomits herbei. Aus diesen Beobachtungen darf wohl die Schlußfolgerung gezogen werden, daß die Dolomitisierung ganz allgemein ein Vorgang ist, der von dem Kohlensäurepartialdruck geregelt werden kann. Dieser letztere hängt seinerseits selbst hauptsächlich von der Menge der freien Kohlensäure ab. Überall da, wo der entsprechende Druck vorhanden ist und Ca- und Mg-Ionen in einer Lösung von geeigneter Temperatur vorhanden sind, wird Dolomit gebildet.