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Die Spuren einer oberoligozänen Mosel von Trier bis zur Kölner Bucht.

Kurtz, Edmund

Kurzfassung

Die ältesten Flußablagerungen im Gebiet von Mosel und Lahn und über den Rändern der Kölner Bucht sind durch die Art ihrer Leitgerölle als oberoligozän erkannt worden. Die Verbreitung dieser Leitgesteine ermöglicht den Nachweis einer oberoligozänen Mosel, die aus der Saargegend nach der Kölner Bucht strömte. Bis heute können die Wege nicht lückenlos angegeben werden. Durch Verfolgung der dem Muschelkalk der Mittel- und Obermosel und Lothringen angehörenden Leitgesteine ist ein von Trier auf die Eifelrumpfflläche bei Manderscheid und der oberen Ahr nach der Gegend von Münstereifel führender Weg wahrscheinlich. Ein Moseltrog war noch nicht vorhanden. Die Höhenkiese über der unteren Salm und Lieser und ebenso die Muldenkiese nördlich von Münstereifel lagen mit denjenigen von Manderscheid auf einer und derselben Rumpffläche. Andere Leitgesteine, schwarze Quarzite und verkieselte Hölzer, die ursprünglich dem Karbon und Rotliegenden von Vogesen und Saar-Nahegebiet angehören, aber auch in einzelne Schichten des Buntsandsteins übergeführt worden sind, gestatten neben Leitgesteinen der Unterlahn eine älteste Mosel auch über die Gegend von Koblenz hinaus weitlahnaufwärts bis nach Gießen zu verfolgen. Da auf diesem Wege die sonst häufigen Leitgesteine der Muschelkalkverkieselungen bis auf geringe Spuren fehlen, so scheint für diesen Moselzweig erst ein Ursprung am Nordostrand des Muschelkalkgebiets südlich der Nahe in Betracht zu kommen. Eine Übergangsmöglichkeit in jener Zeit vom Buntsandstein der oberen Nahe bis nach Koblenz ist aber noch nicht untersucht worden. Sodann läßt sich von der unteren Lahn aus eine Norddrehung über die mittlere Wied nach der Ostseite des Siebengebirges bis nach der Gegend von B. Gladbach feststellen, wo die schwarzen Quarzite und Hölzer von Obermosel und Nahe stets vorhanden sind. In späterer Zeit des Oberoligozäns fand nochmals eine Schwenkung dieses rechtsrheinischen Moselzweiges statt. Der Lauf ging schließlich über die Ahrmündung und an Rheinbach vorbei in die damals noch nicht versenkte Antweiler Mulde nördlich Münstereifel, wo nach Ausweis der Leitgerölle ein Zusammentreffen mit dem westlichen Arm stattfand. Die Stromrichtung ist von hier aus in nordwestlicher Richtung an Leitgesteinen über Schwerfen und am Eifelgehänge bis in die Nähe von Düren verfolgbar. Am Westrand der Kölner Bucht bei Ginnick werden die ältesten Moselschotter von Untermiozän überlagert, am Ostrand bei B. Gladbach verzahnen sie sich mit oberoligozänem Meeressand. Die zahlreichen, den oberoligozänen Moselgeröllen bei Ginnick beigemengten, gerundeten Feuersteine könnten als Relikte oberoligozäner Strandgerölle angesehen werden.