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Beitrag zur Morphologie des Ätna.

Maier, Wilhelm

Kurzfassung

1. Blocklehme unterlagern die aus Basalt bestehende Terrasse von Moscarello am Ostfuße des Ätna und bezeichnen eine Periode der Denudation für die Ostflanke. Die gleiche Bodenhöhe von 1500 m des Valle del Bove und der Nordmulde über Linguaglossa spricht für gleichartige, wohl glaziale Bildung. 2. Glaziale (nivale) Bildung kommt auch zwei parallelen Gehängeleisten zu, die durch Moränen in 23 bzw. 2600 m an der Serra Gianicola grande im Hintergrund der Valle del Bove gebildet werden. 3 Die 1923 nach Linguaglossa geflossene Lava zeigt in ihrer ganzen Lange noch reichlich Fumarolentätifkeit, während die 1928 nach Mascali geflossene Lava trotz annähernd gleichen Volumens keine Fumarolen mehr zeigt. 4. Die an der Südseite der Serra del Solfizio hegenden Taler Tripodo und Zappini sind im oberen Teile wannenförmig ausgebildet, unten jedoch V-förmig. Dies spricht für glaziale Bildung, insbesondere im Vergleich mit den nidriger gelegenen Tälern San Giacoma, Cava Secca und Cava grande. Das Val Zappini besitzt eine durch eine Klamm zerschnittene Stufe. 5 In die Montagnola sind zwei Kare eingesenkt, ein kleines weiter oben und westwärts gelegenes (Montello) und ein größeres südwärts gewandtes das am westlichen Sohlenrand eine Moräne von brauner Lava antica aufweist. Große Rundblöcke von brauner Lava antica wurden mitgerollt in einem jüngeren schwarzen Lavastrom beobachtet. 6. Bei einer von Süd über Ost nach Nord erfolgten halbkreisförmigen Umwanderung des Hauptkraters in 2900 m Höhe, konnte der sogenannte elliptische Krater nicht beobachtet werden. 7. Zwischen dem Kar Buco und über Linguaglossa findet sich ein bereits zugeschüttetes Nordkar am Ätna, das durch einen Grat (Pizzilloterrasse) von dem Nordostkar geschieden ist. 8. Die Monti Deserti sind, wie die Due Pizzi, Klebschlackenkegel 9. In dem Lavastrom 1614-24 zeigen sich vielfach gedrehte Lavataue und Treppchen von mehreren Meter Höhe, deren Stufen von Lavawülsten eingefaßt werden Die Tau-, Wulst- und Treppchenbildung erfolgt beim Fließen und Erstarren der Lava intermittierend. Erst bilden sich durch Zusammendrehen die Wülste als Dämme, deren Dimensionen und Scharung durch die Viscosität der Lava und das Gefälle bestimmt wird, dann erfolgt ein Durchsacken der Lava, erneute Wulstbildung usw. 10. Hornitos gleicher Höhe wurden nebeneinander beobachtet, was wahrscheinlich macht, daß dieselben sekundär, hydrostatisch bedingt aus einer Lavadecke herausgepreßt wurden. Im Lavastrom 1614/24 am Nordhang des Ätna quollen kegelförmige Wulsthornitos bis über 10 m Höhe heraus. 11. Die über Randazzo gelegenen Blocklehme zeigen in 1300 m Höhe immer noch eine Mächtigkeit bis 12 m, und weite Verbreitung. Die gerundeten Blocke zeigen auch lagerförmige Anordnung. Es scheint sich um nach abwärts gewandertem Moränenmaterial zu handeln.