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Über Wurzelböden im Wealdensandstein der Bückeberge und ihre Bedeutung für den Rhythmus dynamischer Vorgänge

Grupe, O.

Kurzfassung

Der Wealdensandstein der ,Obernkirchner Sandsteinbrüche" auf der Höht; der Bückeberge zeigt sich verschiedentlich - je nach dem Stande der fortschreitenden Aufschlüsse - innerhalb der dem Abbau dienenden 7-8 m mächtigen Quader von oben bis unten von Wurzelböden durchsetzt, die von dem eine jede Sandsteinbank oben abschließenden feinen kohligen, bzw. kohligtonigen Besteg ausgehen und die Autochthonie aller dieser organischen Schmitzen beweisen. Die Ablagerung des Wealdensandsteins erscheint danach durch fortgesetzte Verlandungen unterbrochen und stellt sich als ein aus mindestens ein Dutzend Einzelphasen bestehender Sedimentationszyklus von Sandstein und kohlig - toniger Substanz während eines verhältnismäßig kurzen geologischen Zeitraums dar, der zunächst einmal periodische Senkungsvorgänge im Bereiche der sandigen Küstenfazies des Wealdenmeeres voraussetzt. Auf der anderen Seite weisen aber der geringe Umfang der kohligen Bestege als Überbleibsel der im übrigen normal verwesenden Vegetation, die seltene Erhaltung der sonst durch Verwesung zerstörten Wurzelböden, sowie schließlich der in einer gewissen Entfernung von der Oberkante der Sandsteinbänke in Form von Brauneisenstreifen auftretende Gleihorizont auf ein wiederholtes Emportauchen der Sandbänke über den Wasserspiegel, also auf wiederholte Hebungen hin. Es ist mit anderen Worten ein rhythmischer Wechsel von Hebungs- und Senkungsvorgängen gewesen, unter deren Einfluß der von kohlig-tonigen Schichtbestegen horizontal und von Wurzelböden vertikal durchsetzte Sandsteinkomplex entstand.