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Das nordschwedische Goldfeld Boliden bei Skellefteå. (Geophysik, Geologie, Bergbau und Verhüttung.)

Schreiter, Rudolf

Kurzfassung

I. Einleitung: Unter den nordischen Erzvorkommen stellt die Kupfererzlagerstätte von Falun, die seit Beginn des 13. Jahrhunderts bekannt ist, die älteste und bedeutendste Grube von ganz Schweden dar. Sie ist mit der Geschichte und der früheren Weltmachtstellung von Schweden auf das engste verbunden und förderte über 35 Millionen Tonnen Kupfererze (jetzt jährlich nur 4000 Zentner Kupfer, 370 kg Silber, ca. 100 kg Gold). Faluns Kiesstöcke liegen in einem die Gneisformation durchziehenden System von Parallelklüften, die mit zermalmtem und zersetztem Gestein der Nachbarschaft, sog. Skölar (Chlorit-, Talk-, Amphibol-Sköl) ausgekleidet sind. Der Mineralverband der Kieslagerstätte Falun fordert einen Vergleich mit dem neuentdeckten sulfidischen, linsenförmigen Vorkommen von Boliden, 35 km wnw. von Skellefteå in Västerbotten entfernt, geradezu heraus. Hier wie dort Schwefelkies, Kupferkies, Magnetkies, Selenide und Gold, sowie etwas Bleiglanz und Zinkblende. Verschieden aber sind der Arsenkiesgehalt, der bei Boliden überragend in den Vordergrund tritt, die Form der Erzkörper und Verwachsung der Erzmittel, und z. T. auch die Gesteine, in denen die Erzmittel eingebettet sind. Denn wenn auch die Leptit- und Gneisformation in beiden Erzfeldern vorherrscht, so liegt doch eine Abweichung darin, daß das Nachbargestein der sulfidischen Erzlinse von Boliden aus Serizitquarziten und Serizitschiefern, d. h. metasomatisch veränderten Gesteinen der Leptitformation besteht. II. Der geologische Aufbau: Der erzführende Skellefte-Bezirk (Taf. 7) erstreckt sich von der Stadt Skellefteå am Bottnischen Meerbusen landeinwärts nach W auf eine Entfernung von 150 km. Die westliche Grenze wird von dem kleinen sulfidischen Erzfeld Vindelgransele bezeichnet, in dessen nächster Nähe eine Reihe kleiner Quarzgänge mit Arsenkies nachgewiesen worden sind, die westlich der Lappland-Bahnlinie u. a. auch in der Umgebung von Bjurfors und östlich der Eisenbahn bei Svanfovs und Stöverfors vorkommen. Die hier und da ermittelten Kalkspatgänge mit Bleiglanz spielen nur eine nebensächliche Rolle. Dagegen hat man im Laufe der Zeit, und zwar zum gurten Teil zunächst durch geophysikalische Felduntersuchung (Potentialverfahren!), die Erfahrung gemacht, daß die rein sulfidischen Lagerstätten, zu denen das neu entdeckte Goldfeld Boliden gehört, zuweilen Erzkörper von größerem Ausmaße besitzen, als man ursprünglich annahm. Man unterscheidet: 1. linsenförmige sulfidische Vorkommen (Pyrit, Kupferkies, Arsenkies, Magnetkies, Zinkblende, Gold). 2. Sulfidische Gänge und Imprägnationen in der Leptitformation. 3. Sulfidische Imprägnationen und Fahlbänder in schwarzem Schiefer und Gneis. ...