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Spindelförmige Windschliffgeschiebe.

Berg, Georg

Kurzfassung

Bei der geologischen Kartierung am Nordostrande der Sudeten wurde ich im Sommer 1990 mit einem besonderen Typus vom Winde geschlieffener Geschiebe bekannt, der bisher in der sehr umfangreichen Literatur über die Windkantner noch nicht beschrieben worden ist. Die gewöhnlichste Form ist der bekannte Dreikantner der auch zuerst die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gelenkt hat. GUTBIER hat bereits im Jahre 1858 solche Geschiebe beschrieben. Den Ersten Deutungsversuch unternahm BERENDT im Jahre 1884. Dabei ging er allerdings von der irrigen Ansicht aus, daß die Dreikantner in fluvioglazialen Sedimenten durch festes Zusammenrütteln dicht gepackter Gerölle entstanden seien. Erst im folgenden Jahre hat MICKWITZ (1885) die Theorie von der Entstehung der Dreikantner durch Windschliff begründet da er die Geschiebe nicht in glazialen Schottern sondern im baltischen Dünengebiet studierte. Durch die Arbeiten von BERENDT und MICKWITZ kam eine lebhafte Diskussion in Gang, so daß aus den Jahren 1885-1887 ein volles Drittel der Literatur über diese Materie stammt. In besonders klarer und präziser Form hat A. HEIM (1887) die Entstehung der Windschliff-Geschiebe besprochen. Er steht bereits auf dem jetzt allgemein angenommenen Standpunkt, daß sie drei Seitenflächen der Dreikantner nicht von drei verschiedenen, im entsprechenden Gebiet zumeist auftrtenden, Widdrichtungen erzeugt werden, sondern daß eine gleichmäßig wikende Windrichtung vorn, wo der Wind auftritt und vom Stein nach beiden Seiten abgelenkt wird, enen etwas abgerundeten Kiel erzeugt während zwei scharfe Seitenkantn dort entstehen, wo die zu beiden leiten des Kieles liegenden Schlifflächen gegen die weniger geschliffene Rückseite des Gerölles grenzen. In einer viel zu wenig beachteten Arbeit hat dann VERWORN (1896) die Entstehung der Kantengeschiebe auf Grund seiner Beobachtung an Djebel Nakus in der Sinaiwüste geschildert. Er hebt besonders den für die hier folgenden Beetrachtungen wichtigen Typus der Einkantner (Abb. 1) hervor, die in unseren norddeutschen Glazialgebieten noch viel verbreiteter sind als die Dreikantner. Bereits BERENDT (1884) hat einen solchen Einkantner abgebildet, ohne ihn und seine Entstehung näher zu beschreiben. In der Literatur hatte diese Form, da sie nicht so auffällig und eigenartig ist wie die dreikantige, bis dahin noch wenig Beachtung gefunden. ...