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Der Grundsatz des Aktualismus in der Geologie

Kaiser, Erich

Kurzfassung

KARL ERNST ADOLF VON HOFF führte den Grundsatz des Aktualismus in die geologische Betrachtungsweise ein, nicht CHARLES LYELL. Von einem Gesetz des Aktualismus darf nicht gesprochen werden. Die aktualistische Methode ist so Allgemeingut geologischer Forschung geworden, daß die meisten Benützer nicht über deren Geltungsbereich nachdenken. Mancherlei ausgesprochene Bedenken gegen die allgemeine Gültigkeit des Grundsatzes des Aktualismus haben nicht die ihnen zukommende Auswirkung gehabt. Es wird die pflanzenleere Erde, z. T. im Anschluß an ähnliche Ausführungen von JOH. WALTHER, mit den heutigen Zuständen, beiderseits aber nur in feuchten, humiden Gebieten, verglichen. Der Wasserkreislauf in jenen früheren Zeiten der Erdgeschichte ist grundverschieden von den heutigen Zuständen. Rascher, stürmischer Ablauf zeigte sich. Deflation der feinen Zerstäubungsprodukte meist nur physikalischer Verwitterung herrschte vor. Die chemischen Verwitterungsvorgänge waren aber ganz besonders dadurch beeinflußt, daß die organischen Substanzen fehlten. Hierbei spielte das Fehlen der Humuskolloide in jenen früheren Zeiten der Erdgeschichte eine besondere Rolle. Das bedingt eine völlige Änderung gegenüber den heutigen Zuständen. Nicht nur die genetische Erklärung der einzelnen paläozoischen und präpaläozoischen Sedimente, sondern auch der alten sedimentären Erzlagerstätten und der kristallinen. Schiefer wird dadurch beeinflußt. Ein jedes Gestein hat sich nicht zu jeder Zeit der Erdgeschichte gebildet.