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Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Aufbereitung der Salzgittererze.

Schneiderhöhn, Hans

Kurzfassung

Schon 1910 wurden von EINECKE-KÖHLER die Salzgittererze als die ,mächtigsten Eisenerzlagerstätten Deutschlands" bezeichnet. Inzwischen haben zahlreiche Tiefbohrungen seit Kriegsende die Vorräte ungemein vergrößert. Trotzdem scheiterte bis heute die angemessene Nutzbarmachung an der chemischen Zusammensetzung der Erze: einem zwar als gut zu bezeichnenden Eisengehalt von ca. 30% Fe, steht ein Gesamt-Rückstandsgehalt (SiO2 + Al2O3) von 30-35% gegenüber, der auch nicht durch eine größere Menge Kalk wettgemacht wird. Die seit langem durchgeführte Verwendung als Zuschlagserz zu den kalkreichen Erzen von Peine-Ilsede nutzt nicht im entferntesten die großen Vorräte aus. Es bleibt somit nur die Aufbereitung der Erze unter Anreicherung des Eisengehaltes und gleichzeitiger Verringerung des Rückstandgehaltes übrig, um ein Verkaufs- und verhüttbares Produkt zu erzeugen. Versuche, die seit langem mit Tagebauerzen durchgeführt worden sind, hatten keinen Erfolg. Seit 1921 stellte ich mehrere Jahre lang zunächst im Auftrag der Gutehoffnungshütte, Oberhausen, sodann des Erzausschusses des Vereins deutscher Eisenhüttenleute, Versuche mit Tagebauerzen und Tiefbohrungserzen an, um auf Grund der vorliegenden Erzbeschaffenheit die Aufbereitungsmöglichkeit planmäßig zu klären. I. Die Roherze. A. Mineralogisch-mikroskopische Beschaffenheit. Es sind drei genetisch und mineralogisch-chemisch verschiedene Bestandmassen in den Erzen vorhanden: 1. Abgerollte Erzstücke, Gesteinsstücke und Fossilien in Kornklassen zwischen 50 und 0,5 mm. 2. Brauneisen-Oolithe, ± 0,5 mm groß. 3. Tonige, hochdisperse Grundmasse, ± kalkig. Je nach dem Wechsel der Verhältnisse Eisenerze zu Grundmasse und Gerölle zu Oolithen und je nach der Beschaffenheit der Grundmasse, sind eine Anzahl Erzsorten zu unterscheiden. Ferner unterscheiden sich alle Tagebauerze, wie überhaupt alle Erze innerhalb der Oxydationszone in bezug auf ihr Aufbereitungsverhalten grundlegend von den primären Tiefenerzen. Primäre Erze. Sie gliedern sich nach den verschiedenen Arten ihrer Grundmasse: Kalkfreie Erze: 1. Viel Quarz, viel Chamosit, wenig Ton (nur in der Basis des Erzkomplexes stellenweise auftretend). 2. Wenig Quarz, wenig Chamosit, viel Ton. ...