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Magnetisches Schürfen auf Rot- und Brauneisenerze.

Reich, H.

Kurzfassung

Einleitung: Das magnetische Schürfen auf Magnetiterze ist seit langem bekannt und eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Ebenso weiß man schon von Aufbereitungsversuchen her, daß die Magnetisierbarkeit anderer Eisenerze meist gering ist. Immerhin scheint der hohe Gehalt an Eisen eine Gewähr dafür zu bieten, daß sich solche Eisenerze in ihren magnetischen Eigenschaften so stark von ihrem Nebengestein unterscheiden, daß bei Anwendung von modernen empfindlichen Instrumenten auch der Nachweis solcher schwach magnetischer Erzlagerstätten gelingen sollte. Die folgenden Ausführungen sollen auf Grund der bisherigen Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet die Frage erörtern, wie weit man diese Ansicht als richtig ansehen darf. 1. Die magnetischen Eigenschaften von Eisenerzen: Wir müssen uns dazu zunächst darüber unterrichten, was über die Magnetisierbarkeit, d. h. die magnetische Suszeptibilität der Eisenerze bekannt ist. Aus der Suszeptibilität werden wir ohne weiteres auf die tatsächliche Magnetisierung schließen dürfen, da bei schwach magnetischen Stoffen bisher keine irgendwie ins Gewicht fallende Remanenz gefunden worden ist. Eine erhebliche remanente Magnetisierung solcher Eisenerze ist daher zum mindesten recht unwahrscheinlich. Die tatsächlich zu beobachtende Magnetisierung darf als proportional mit der Suszeptibilität gelten. Die Suszeptibilität von Magnetiterzen dürfte nach zahlreichen Untersuchungen zwischen 0,1 und 1,0 CGS-Einheiten liegen. Die Suszeptibilität der überwiegenden Mehrzahl anderer Eisenerze beträgt kaum 1/1000 dieses Wertes. Die folgenden Zahlenwerte sind daher mit dem Faktor 10-5 (also 0,00001) versehen worden. Wir rechnen ja bei magnetischen Messungen meist auch nicht mit der CGS-Einheit dem |, sondern mit 1/100000 dieser Einheit, nämlich dem |. Über die gefundenen Werte gibt die Tabelle I Aufschluß. Hierzu ist folgendes zu bemerken. Reines Eisenoxyd hat eine Suszeptibilität von nur etwa 11 x 10-5, und damit in Übereinstimmung haben Suszeptibilitatsmessungen an natürlichen Roteisenproben ähnlich geringe Werte ergeben. Man vergleiche hierzu die Bestimmungen von BAHURIN und WILSON. Andere natürliche Roteisenerze, insbesondere der Eisenglanz von Elba sind erheblich magnetischer.