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Itabirit-Lagerstätten in Minas Geraes, Brasilien

Scheibe, E. A.

Kurzfassung

In den Berichten zum Internationalen Geologen-Kongreß 1910 (Stockholm) wurden die Vorräte im Staute Minas Geraes auf 5,7 Milliarden Tonnen Erz mit rund 3 1/2 Milliarden Tonnen Eisen geschätzt. Eine spätere Veröffentlichung des Brasilianischen Geologischen Landesdienstes zum Kongreß 1926 (Madrid) gab die Vorräte mit mindestens 8 Milliarden Tonnen an, allerdings ohne Angaben über den mutmaßlichen Gehalt des Durchschnittserzes. Die Reinheit ist jedoch der zunächst maßgebende Wertmesser, weil die Lagerstätten im mittlern Minas Geraes und damit rund 325 km Luftlinie oder reichlich 500 km Eisenbahn von der Küste (Rio de Janeiro, Victoria, Santa Cruz) liegen. Das Erzgebiet erstreckt sich etwa 125 km in NNO-Richtung, bei ungefähr 60 km Breite. Die Lagerstätten sind sedimentär und finden sich in den sogenannten Itabira-Schichten, die vielleicht präkambrischen Alters sind und in den untersuchten Gegenden ohne Diskordanz auf einer Unterlage von Gneisen, Graniten und kristallinen Schiefern ruhen. Diese Beobachtungen wiederlegen die allgemeinen Angaben amerikanischer Geologen über die ausgesprochene Diskordanz. Die fast durchweg metamorphen Itabira-Schichten werden von jüngeren Eruptiven durchsetzt, wie eine kleine turmalinführende Aplit-Apophyse bei Camapuam (Serra de Sta. Cruz) und eine größere Anzahl stark zersetzter, zum Teil reichlich Talk und stellenweise Turmalin enthaltender Gänge in den Eisenerzlagerstätten nahe Itabira do Matto Dentro beweist. Anzeichen von Turmalinisierung finden sich ferner auch im massigen Erz des Pico de Itabira do Campo, am Erzfuß der Caué-Lagerstätte (bei Itabira do Matto Dentro) und in Schiefern der Itabira-Formation nördlich Congonhas do Campo. Zu den Itabiriten rechnen heute nicht nur die reinen Roteisensteine (vorwiegend hart, teilweise massig) im Sinne v. ESCHWEGE'S (1822), sondern auch die quarzhaltigen Erze (fest, teilweise locker), die sogenannten Bändererze oder Eisenglimmer-Schiefer v. ESCHWEGE'S. Die Bänderung ist primär angelegt; Wellenfurchen wurden nicht beobachtet, dagegen weitverbreitete Verflaserung sekundärer Entstehung. Diese fast ausschließlich aus Eisenglanz und Qarz bestehenden unreinen, oft lockeren Erze führen vielfach Gold, weil die porose Beschaffenheit das Wandern entsprechender Lösungen begünstigte. ...