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Erdölfelder und Schlammkegel bei Baku.

Schreiter, R.

Kurzfassung

I. Einleitung und Stratigraphie. Die Veranlassung zu einem Vortrage über die unmittelbar bei Baku gelegenen Erdölfelder Biby-Eybad, Balachana-Sabuntchi-Romany und Surachany gab eine im August und September 1928 unternommene Reise. An Stelle jeder längeren Erörterung unterrichtet zunächst Abb. 1 über die allgemeinen geologischen Verhältnisse auf der Halbinsel Apscheron. Dieses durch Umzeichnung gewonnene einfache Kartenbild greift auf die Veröffentlichungen GOLUBNIATNIKOW'S und seiner Schüler zurück, wobei einzelne neuere Angaben, die mir Herr ABRAMOVITSCH in Baku zur Verfügung gestellt hat, mit verarbeitet worden sind. Diese Kartenskizze (Abb. 1) unterscheidet sich nicht wesentlich von der Aufnahme von STRZETELSKY, die in der geologischen Karte von Apscheron in DAMMER-TIETZE, Nutzbare Mineralien, II. Teil, S. 633, vorliegt. In dem genannten Werke ist auf S. 631 die Gliederung und Entwicklung des Tertiärs auf der Halbinsel Apscheron (nach v. STAHL und GOLUBNIATNIKOW) dargestellt. Der Unterschied zwischen dieser Aufnahme und der Gliederung von mir in der Tabelle 1 besteht in der ausgesprochenen Stufengliederung der Tabelle in DAMMER-TIETZE, während ich die ältere Fassung wegen der Fossilienangabe bevorzugt habe. Die neuerdings anerkannte Stufengliederung faßt im zweiten Mediterran die Cedroxylon-Schichten (Maikop-Schichten) und die Spirialisschichten zusammen. Einen Teil der Süßwasserschichten (Balachana-Schichten) und des sog. stummen Schi elitenkomplexes (Kirmaku-Schichten) will STRZETELSKY Z. T. zur Politischen Stufe ziehen. Doch neigen verschiedene russische Forscher zu ' der Annahme, daß die Pontische Stufe auf der Halbinsel Apscheron fehlt. Die Dazische Stufe ist auf Apscheron in Gestalt der Aktschagyl- und der Apscheronschichten entwickelt, während das Levantin als Bakustufe vertreten ist. Je länger ich mich mit der vorliegenden Materie beschäftigte, desto mehr trat die Absicht hervor, einen vergleichenden Überblick übet die stratigraphischen Horizonte nebst der Erdöl- und Erdgasrührung auszuarbeiten. Das Ergebnis dieses Versuchs ist auf Tabelle 2 (siehe S. 582) zusammengestellt. II. Die Tektonik. Die Ölfelder von Rußland setzen sich aus mehreren Gruppen mit ziemlich abweichenden Merkmalen zusammen. Die Gruppe, welche mit den kaukasischen Gebirgsbewegungen zusammenhängt, begrenzt beide Ränder dieser Gebirgskette, die einen nw-sö Verlauf vom Küstensaum des Schwarzen Meeres bis zum Kaspischen Meer einhält.