Original paper

Zur Entstehung des Rheinsystems; Eine Altersdeutung der Tertiärschotter nebst einem Versuch, das Mainzer Tertiär mit den Bildungen Oberhessens usw. in Beziehung zu bringen.

Klüpfel, Walther

Kurzfassung

Abgesehen von den mitteloligozänen Schottern gibt es in Hessen i. w. S. Vallendarschotter, die ihre Hauptentwicklung am Nordhange des Taunus im Lahngebiet erreichen, Burdigalschotter, die aus dem Hessischen Hinterlande stammen und besonders in der nördlichen Wetterau auftreten, und Helvetschotter, die der Taunus ins südliche und östliche Vorland entsandte. Die Burdigalschotter ermöglichen eine Feststellung des seit langem umstrittenen Altersverhältnisöes zwischen dem Mainzer Aquitan und dem Burdigal des Gießener Beckens bzw. des Westerwaldes (Breitscheid) usw. Auf dem beigefügten imaginären Schema sind diese Beziehungen zur Darstellung gebracht. - Die bisher als pliozäne oder obermiozäne Aufschüttungen gedeuteten Terrassen des südlichen Taunushanges sind Stufen, die erst im ältesten Abschnitt des Diluviums in die tektonisch versenkten helvetischen Kaolingrobschotter eingeschnitten worden sind. - Das Rheinhessische Plateau war früher von dem jeweils nachträglich zerstörten Burdigal, Helvet und Torton bedeckt. Auf der Abtragungsfläche kamen dann nacheinander die Flußablagerungen zum Absatz, während in den sich vorwiegend hebenden Taunus Terrassenstufen eingeschnitten worden sind. Der Taunus selbst bot im Laufe des Tertiärs abwechselnd das Bild eines Hoch- und Flachreliefs. - Das Gefälle des tertiären Flußsystems war von Norden nach Süden gerichtet. Der nordwärts fließende Rhein ist wahrscheinlich erst im ältesten Diluvium entstanden.