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Diluviale und pliozäne (?) Bildungen im und am Fuldatal zwischen Fulda und Rotenburg a/Fulda.

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Im Gebiete der Fulda sind helle gebleichte Ablagerungen und rote ungebleichte Bildungen scharf voneinander zu trennen, erstere sind frei von Kalk und Basalt, während letztere Basaltgerölle mit weißer Verwitterungsrinde führen. Die gebleichten Ablagerungen stammen von einer alten Verwitterungsrinde. Ihre Auflagerungsfläche zeigt keine Beziehung zu heutigen Tälern. Die Bildungen liegen in Becken, die durch Salzauslaugung entstanden sind. Dieselben Erscheinungen sind im Untereichsfeld zu beobachten. WEBER (1929) bezeichnet diese Erscheinungen am Südrande des Thüringer Waldes als irreguläre Auslaugung. In kleinen Becken erscheint eckiges Material als Ausfüllung neben Tonen und Sanden. In größeren Becken ist das gröbere Material gerundet. Die Ablagerungen liegen meist waagerecht, nur selten treten kleine Verwerfungen auf, die am besten durch Sackung erklärt werden. Die roten Schotter überlagern in der Nähe der heutigen Talsohle die gebleichten Bildungen mit scharfer Trennungsfläche. Bei Queck und Lüdersdorf ist der Übergang von gebleichten und zersetzten Sandsteinen zu ,pliozänen" Ablagerungen anscheinend infolge Absenkung noch erhalten. Bildungen, deren Entstehung bei den heutigen Oberflächenformen nicht mehr möglich ist, treten im Südosten Fuldas auf, wo im Kalk mit Geröll führendem Lehm erfüllte Höhlen durch Steinbruchsbetrieb aufgeschlossen wurden.