Original paper

Kambro-silurische ,Kohlen" von Västergötland, Schweden.

Schreiter, R.

Kurzfassung

In den kambro-silurischen Sedimenten der zwischen Väner und Vättern liegenden Gebietsteile von Västergötland unterscheidet man zwei verschiedene Gruppen von Kohle vorkommen. Die eine ist die wegen ihres Uran- und Radiumgehaltes bekannte dichte Kohle oder Kolm mit einem hohen, bis 30 Prozent betragenden Aschegehalt. Sie bleibt außerhalb unserer Betrachtungen. Die zweite Gruppe umfaßt die sog. vanadinhaltigen Steinkohlen mit nur geringem oder gar keinem Uran- und Radiumgehalt und mit nur wenig Asche. Zuweilen ist diese Kohle glänzend und schwarz, stengelig abgesondert und spröde. Manchmal ist sie mattschwarz, mehr oder weniger körnig und zerfallen. Übergänge zum Kolm hin dürften bestehen, dies auch aus dem Grunde, weil Vanadin oft genug an Uran gebunden ist (SCHREITER, 1 bis 3). Die meisten der von mir Mitte September 1930 besuchten südschwedischen Vorkommen verteilen sich auf ein Gebiet in näherer und weiterer Umgebung der mittelschwedischen Stadt Skövde. In der schwedischen archäischen Landschaft ragen zwischen Väner und Vättern eine Reihe von Zeugenbergen auf, von denen der Billingen der größte, der weiter abseits am Väner liegende Kinnekulle einer der kleinsten, dafür aber am besten erforscht ist ((G. HOLM und H. MUNTHE). Vom Billingen gibt H. MUNTHE das folgende, von LENNART VON POST dargestellte Profil. Auf dem archäischen Grundsockel des genannten südschwedischen Gebietes lagern kambrische Sedimente und bituminöse Schiefer, die von einem Komplex aus Kalksteinen und Schiefern des Ordoviciums überdeckt sind und mehr oder weniger ausgedehnte Diabaskappen tragen. Im Gebiet fallen NNO, NW und W streichende Verwerfungen auf. Im einzelnen lassen sich im N der Billingen, im S der Mösseberg und östlich davon Varvsberget und Gerumsberget unterscheiden, die sich alle in 150 bis 200 m Höhe über dem welligen Flachland erheben. Das Profil vom Abhang des Billingen lautet nach H. WESTERGARD: Kambrium (Sandsteine und bituminöse Schiefer) etwa 58 m, Ordovicium, gekennzeichnet durch eine Wechsellagerung von Kalksteinen und Schiefern, etwa 80 m, Silur etwa 20 m, Diabas 32 m. ...