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Ergebnisse regional-magnetischer Forschung in der Eifel.

Reich, H.

Kurzfassung

Einleitung: Das norddeutsche Flachland war der gegebene Baden für die Entwicklung regional-magnetischer Forschung. Man findet dort besonders günstige Verhältnisse. Das sedimentäre Gebirge ist für die Gestaltung der magnetischen Anomalien von nur sehr geringer Bedeutung, so daß man in der Hauptsache die großen Züge des kristallinen Untergrundes - der Rahmen oder wenigstens von Teilen der Rahmen - bekommt. Die magnetische Wirkung selbst außerordentlich großer Materialverschiedenheiten im Sedimentmantel ist äußerst gering: Selbst dann, wenn die tektonischen oder sonstigen Trennungsflächen verschiedener sedimentärer Gesteinsmassen ganz nahe der Oberfläche verlaufen, sind sie magnetisch kaum nachweisbar. Anders ist es in unseren Mittelgebirgen. Hier bringen die verschiedensten Eruptivgesteine und deren Tuffe lokale Anomalien hervor, die so beträchtlich sind, daß sie das regionale Bild unter Umständen stark verschleiern können. Wir begegneten dieser Schwierigkeit im Harz ebenso wie im Lahn-Dill-Gebiet oder im Riesengebirge und nicht am wenigsten in unserem klassischen Gebiet des jungen Vulkanismus: in der Eifel. Trotzdem habe ich auch dort den Versuch gemacht, ein regionales Bild zu erhalten. Das ging natürlich nur mit weitgehender Unterstützung durch die mit den lokalen Verhältnissen vertrauten Geologen. Ich habe in dieser Beziehung besonders Herrn W. AHRENS und Herrn W. WUNSTOHF zu danken, die meiner Arbeit mit Rat und Tat zur Seite standen. Ganz besonderen Dank schulde ich auch der Preuß. Geol. Landesanstalt, die mir die für eine solche Aufgabe unbedingt erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung stellte. Ich glaube, zeigen zu können, daß sich der Versuch gelohnt hat. I. Säkulare Verschiebung des Magnetfeldes in Deutschland als Folge tiefmagmatischer Vorgänge?', Bei regionalen Untersuchungen ist es nötig, die Feldmessungen an das Netz erster Ordnung anzuschließen. Ebenso pflege ich, vor und nach der Reise bei Potsdam Anschlußmessungen auszuführen. Es ergab sich schon im vorigen Jahre bei Messungen im Laacher Seegebiet, daß der Unterschied in Z (der Vertikalkomponente des erdmagnetischen Leides) zwischen Potsdam und dem Rheinland sehr viel größer geworden ist, als es das Tabellenwerk von AD. SCHMIDT, das auf die Epoche 1901,0 bezogen ist, angibt.