Original paper

Über die Entstehung brasilianischer Itabirite.

Scheibe, E. A.

Kurzfassung

An anderem Ort wurde über die Ausbildung, Lagerungsverhältnisse und Ausfuhrmöglichkeit der Itabirite in Mittel-Minas Geraes eingehend berichtet (SCHEIBE, 1932); die dort nur gestreifte Entstehungsfrage soll nun an dieser Stelle ausführlich behandelt werden. (Abb. 1 entstammt dem genannten Bericht.) Der Begriff Itabirit findet im Schriftwerk (vgl. 1932, S. 394) sehr verschiedene Auslegung und wurde deshalb hier vorzugsweise durch die Bezeichnungen reines Erz. d. h. Eisenglanz oder Roteisen (Analysen, s. S. 37), gelegentlich mit wenig Magnetit, (= hochprozentiger Itabirit) und Quarz-Bändererz (= Eisenglimmer-Schiefer v. ESCHWEGE'S oder quarzführender Itabirit, s. Abb. 2 u. 3) ersetzt. Der Ausdruck erzführender dolomitischer Bänderkalk betrifft Gesteine, in denen der Quarzbestandteil vorwiegend durch Kalk-Dolomit, oft mit etwas Biotit und Muskowit, vertreten ist, und in denen neben Eisenglanz auch häufig etwas Manganerz auftritt. Die Erze sind sedimentäre Ablagerungen, wie die ausgeprägte Schichtung und vielfache Wechsellagerung in der gesamten Itabira-Formation beweist (Abb. 1). Die Beschaffenheit der Erze und überhaupt der ganzen Itabira-Schichten läßt einige Rückschlüsse auf ihre Entstehung zu, obwohl infolge der eindringlichen späteren Umprägung die Spuren großenteils verwischt sind, und keine Aussicht auf Fossilfunde besteht. Mikroskopische Untersuchung: Die mikroskopische Untersuchung der Bändererze ergab, daß die Sedimente ursprünglich so außerordentlich feinkörnig gewesen sein müssen, wie sie schwerlich ein rein mechanischer, geschweige denn ein sehr küstennaher Absatz hervorbringt. Da die Bändererze streichend in die reinen Harterze übergehen oder sonst eng mit ihnen verbunden sind, so kann man die Ergebnisse wohl auch auf diese Erze übertragen, deren Untersuchung u.d.M. im durch- und auffallenden Licht keine besonderen Feststellungen zeitigte. Es wurde nur feinkörniges Roteisen (Eisenglanz) nachgewiesen, und ganz selten ein Talkschüppchen oder Quarzkörnchen; Magnetit fand sich nicht, auch kein Anzeichen dafür, daß das Roteisen aus solchem hervorging, - abgesehen von den spärlichen, nur örtlich verbreiteten Marlit-Einsprenglingen (Magnetitkristalle -> Eisenglanz), deren Ausbildung- und Entstehung noch berührt werden wird (S. 45). ...