Original paper

Die Umwandlungserscheinungen in den Eisenerzformationen am Oberen See.

Richarz, Stephan

Kurzfassung

In einem Vortrag über ,Das Vorkommen der Eisenoxyde in der Natur" (diese Z., Bd. 83, H. 7, 1931) stellt HERMANN HARRASSOWITZ seine Anschauungen über die Umwandlung dieser Oxyde in zwei Tabellen zusammen, Tabelle V und VI, S. 498 und 499, und er fügt hinzu: ,Das Vorkommen der Eisenoxydlagerstätten in der Natur entspricht grundsätzlich dieser Ableitung . . . Ausgesprochener Koteisenstein ist nur aus größerer Tiefe und wesentlich kinetisch bekannt . . . Durch stärkere kinetische Umwandlung wird aus Roteisenstein Magnetit." Ebendort. Wie passen die ausgedehntesten aller Eisenoxydlagerstätten der Welt, die am Oberen See, in dieses Schema? Es ist nicht leicht, für einen Fernstehenden sich darüber aus der umfangreichen Literatur ein klares Urteil zu bilden. Eine kurze Übersicht über die dortigen Verhältnisse dürfte deshalb willkommen sein, zusammengestellt von einem, der diese Formationen aus eigener Anschauung kennt und der ihre Umwandlungserscheinungen seit acht Jahren zu seinem Spezial-Studium gemacht hat. Die bedeutendsten Eisenlager sind die des Mesabi Range, Minnesota. Nach den Angaben im U. S. Geological Survey Monograph 52, S. 164, ist die Längserstreckung der Eisenformation gegen 177 km und die Breite im Durchschnitt 2 km. Die Gesamtoberfläche beträgt gegen 350 qkm. Die ganze Eisenformation ist reich an Eisen. Der Durchschnitt von über 1000 Analysen ergab 38% Fe. An vielen Stellen ist das Eisen angereichert zu eigentlichen Eisenerzlagern. Man schätzt, daß ungefähr 5% der ganzen Formation in diesem Sinne als Eisenerz bezeichnet werden kann. In den Gesteinen der Eisenformation findet man das Eisen teilweise in der Form des wasserreichen Eisenoxydulsilikats Greenalit, dem Glaukonit ähnlich, aber fast frei von Alkalien. Daneben erscheint sehr feinkörnige Kieselsäure, teils Quarz, teils Chalzedou. Der Greenalit bildet kugelige oder ellipsoide Körnchen, die im unveränderten Zustand amorph sind. Sehr oft zeigen dieselben aber schon Aggregatpolarisation; in einem weiteren Stadium entwickeln sich farblose, oder grünliche, oder bräunliche Leistchen und Nädelchen in den Greenalitkörnchen.