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Die Stellung des Hydrobienkalkes im Untermiozänprofil des Neuwieder Beckens und Maifeldes.

Quiring, H.

Kurzfassung

Bei der Aufnahme des Blattes Bassenheim im Jahre 1929 fand ich vier bisher unbekannte Vorkommen untermiozänen Hydrobienkalkes. Sie liegen (vgl. die beistehende Karte, die auch die übrigen von OEYNHAUSEN 1847, v. DECHEN 1864, BORGSTÄTTE 1910 und MORDZIOL 1913 namhaft gemachten Fundpunkte enthält): 1. 0,8 km südwestlich von Ochtendung am linken Talhang unterhalb der Lohmühle in 215 m Meereshöhe unter Kies der Jüngeren Hauptterrasse, 2. 1,5 km südsüdöstlich von Ochtendung, 400 m nordöstlich des Waldorferhofes in 280 m Meereshöhe, überdeckt von Kies der unterpliozänen Kieseloolithterrasse, 3. 1,7 km südöstlich des Karmelenberges, 800 m östlich des Achterspannerhofes in 280 m Meereshöhe, überdeckt von Kies der unterpliozänen Kieseloolithterrasse, 4. 2 km nordwestlich von Kobern, 800 m nördlich des Euligerhofes in 250 m Meereshöhe, überdeckt von Kies der Älteren Hauptterrasse. Der Kalk überdeckt mit seinen mergelig-tonigen Begleitschichten in wenig geneigter Lagerung an allen Punkten unmittelbar den aus Hunsrückschiefer bestehenden Gebirgsrumpf. Die Höhenunterschiede erklären sich durch die kräftigen jungtertiären und quartären Verwerfungen im Bereich des Neuwieder Beckens, die bewirkt haben, daß das Beckeninnere seit der Ablagerung des Untermiozäns bis zu 285 m, seit der Aufschüttung der Unterpliozänterrasse bis zu 265 m, seit dem Beginn des Quartärs bis zu 60 m (QUIRING 1926, S. 72) gegen das regional aufsteigende mittelrheinische Bergland zurückgeblieben ist. Demnach ist es nicht erstaunlich, wenn auch die untermiozänen Hydrobienkalke des Maifeldes und von Ochtendung-Kettig in ihrer heutigen Lage erhebliche Höhenunterschiede aufweisen. Bei Kettig.- Miesenheim liegen sie beispielsweise in 94 m, am Achterspannerhof in 280 m Meereshöhe. ...