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Bildungsraum und Eindunstungsvorgang bei der Entstehung der Zechsteinsalze

Fulda, Ernst

Kurzfassung

Die Entstehung der Salzlagerstätten im allgemeinen und der Kalisalze im besonderen sind umstrittene Probleme, zu deren Lösung geologische und chemisch-physikalische Untersuchungen zusammenwirken müssen. Sehr beachtenswert sind dabei das Quantitätsproblem, das sieh mit der Anhäufung großer Salzmassen beschäftigt, und das Tempera - turproblem, das sich besonders auf die zur Bildung von Kalisalzen notwendigen Temperaturen erstreckt. Nach OCHSBNIUS war das Zechsteinbecken ein Meerbusen, der vom offenen Meer durch eine Barre getrennt war, die gewöhnlich von flachem Wasser bedeckt wurde. Der Wasserstand im Meerbusen mußte dabei ebenso hoch wie im offenen Meer sein, denn das in der Bucht verdunstende Wasser wurde unmittelbar durch Zufluß vom Meere her ersetzt. Als rezentes Beispiel für diese Art der Salzentstehung gilt die Bucht Adschi Darja, die durch die Straße von Kara Bugas mit dem Kaspi-See verbunden ist. Im Gegensatz dazu möchte ich annehmen, daß im Zechsteinbecken im allgemeinen ein niedrigerer Wasserstand als im offenen Meer geherrscht hat. Die Laugen konnten sich deshalb bei starker Eindunstungauf die tiefsten Stellen des Beckens zurückziehen und dort mehrere getrennte Salzseen bilden, in denen verschiedene Salzschichtenfolgen entstanden sind. Zur Zeit des Oberen Zechsteins lassen sich folgende Salzseen nachweisen: Das Hauptbecken, das hessisch-thüringische, das niederrheinische und das Bromberger Becken. Bei Spiegelgleichheit mit dem offenen Meer müßte die horizontale Erstreckung des Salzbildungsraumes bis zum Barrenschluß die gleiche geblieben sein. Die Gliederung in einzelne Salzseen wäre nicht möglich gewesen. Die Verbindung mit dem offenem Meer muß also weniger gut: gewesen sein, als die Barrentheorie annimmt. In Übereinstimmung mit OCHSSENIUS nehme ich an, daß die Salzsubstanz selbst aus dem Meere stammt, denn die aus kontinentalen Quellen erklärbaren Salzmengen dürften zur Bildung von Salzlagern mit der im Oberen Zechstein vorhandenen Mächtigkeit nicht ausreichen. In der Schichtenfolge des Hauptbeckens kommen dreimal Bildungen vor, die nach ihrer petrographischen Beschaffenheit und ihrem Fossilinhalt Überflutungen verraten, bei denen die Konzentration des Beckeninhaltes wesentlich herabgesetzt wurde, nämlich: 1. Kupferschiefer - Zech steinkalk im Unteren Zechstein, 2. Hauptdolomit - Stinkschiefer im Mittleren Zechstein, 3. Grauer Salzton im Oberen Zechstein. ...