Original paper

Über Endmoränen und Oser der Saale (= Riss)-Vereisung in Schlesien

Woldstedt, Paul

Kurzfassung

In einer kurzen Mitteilung weist J. BEHR (1929) auf zwei Endmoränenzüge in der Gegend von Neisse und Münsterberg hin. ,Der eine (nördliche) kommt vom Ohletal aus der Gegend von Heinrichau, zieht über Kunzendorf, Eichau, Gläsendorf nach Striegendorf, Würben auf Bl. Arnsdorf, der andere (südliche) lehnt sich an das kristalline Gebirge bei Stolz (Bl. Camenz) an und entwickelt sich schließlich nördlich der Neisse zu einem imposanten Höhenzug mit davorliegendem Sander ähnlich wie bei Münsterberg." Schon früher hatte K. OLBRICHT in mehreren Arbeiten (1913, 1927) einen Endmoränenzug kurz erwähnt, der von Ottmachau über Grottkau bis in die Gegend von Noldau zu verfolgen sei. Bei Begehungen, die ich im Auftrage der Preuß. Geologischen Landesanstalt zur Klärung einiger Fragen des Diluviums im Frühjahr und Herbst 1930 ausführte, konnte ich der weiteren Verfolgung der erwähnten Endmoränen einige Tage widmen und möchte die Ergebnisse hier kurz mitteilen. Die südliche der von Burnt beschriebenen Staffeln setzt sich, topographisch gut; ausgebildet, auf den Blättern Neisse-Ost und Bechau fort. NE Riemertsheide bricht sie am Ufer des hier südnördlich gerichteten Neissetals ab. Auf dem rechten Neisseufer setzt dann S Bauschwitz (Bl. Tillowitz) ein südnördlich streichender Endmoränenzug ein, der wahrscheinlich als Fortsetzung des Zuges links der Neisse anzusehen ist. Die Verbindung ist vielleicht über die Höhen zwischen Mannsdorf und Korpitz, weiter über Ferdinandshof, vielleicht auch etwas weiter nördlich über Bahnhof Niederhermsdorf zu ziehen. Die Endmoräne zieht sich in fast genau südnördlicher Richtung über Bahnhof Lamsdorf nach Jakobsdorf. Kommt man von Westen, so tritt sie in der Landschaft nur wenig hervor. Teilweise sind hier Sander bzw. Verebnungsflächen (z. B. im Truppenübungsplatz Lamsdorf) vorgelagert. Kommt man aber von Westen, vom Neissetal herauf, so ist der Charakter der Endmoräne erheblich deutlicher. Die Landschaft ist kuppig. Die Aufschlüsse zeigen einen Aufbau vorwiegend aus Sand und Kies. Eine kräftige Bestreuung mit größeren und kleineren Blöcken ist vorhanden.