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Die Weißjurablöcke vom Laacher See - immer noch Reste römischer Bausteine

Ahrens, Wilhelm

Kurzfassung

Im Jahre 1929 schrieb EHRHARD. VOIGT auf S. 94 seiner Arbeit über die Lithogenese der Flach- und Tiefwassersedimente des jüngeren Oberkreidemeeres im Anschluß an Betrachtungen über das Vorkommen von Doggerammoniten als Geröllen im Vaalser Grünsand: ,Nicht unerwähnt bleibe, daß Weißjurabrocken als vulkanische Auswürflinge am Laacher See in der Eifel gefunden sind, so daß nunmehr alle drei Stufen der Juraformation im Rheinland nachgewiesen sind." Er beruft sich hierbei auf HOLZAPFEL, der 1887/1888 diese Blöcke in seiner Arbeit über die Mollusken der Aachener Kreide in dem einleitenden Abschnitt über die Verbreitung der Aachener Kreide erwähnt (S. 42): ... Leider ist nicht angegeben, auf welche Quelle er mit seiner Darstellung zurückgeht. Diese Weißjurablöcke haben in der älteren Laacher-See-Literatur eine gewisse Rolle gespielt. C. VON OEYHAUSEN erwähnt sie 1847 kurz auf S. 7 und berichtet dann ausführlicher auf S. 37 ... Das Vorkommen ist anscheinend in diesen Jahren von zahlreichen Exkursionen besucht worden. Nach einer derselben schrieb FR. ROLLK 1850, daß es sich unmöglich um Auswürflinge aus den vulkanischen Tuffen handeln könne. Er hält es für wahrscheinlich, daß die Kalke Reste von Bausteinen darstellen, die ,zur Ausschmückung einer alten Kirche oder eines Palladiums" gedient hätten. Dem widerspricht VON DECKEN 1851 sehr scharf. Die Form und Größe der Stücke mache es unmöglich, sie als Reste von Bauwerken anzusehen. Außerdem lägen sie keineswegs nur an der Oberfläche, sondern man hätte sie auch in Schurfgräben im Tuff selbst gefunden (allerdings, wie er aber erst 1864 angibt, in 4 Schurfgräben von 10 bis 14 Fuß Tiefe nur ein einziges Stück!). 1864 ist er dann doch zur gegenteiligen Ansicht gekommen, wenn er sich allerdings auch jetzt noch, wohl mil Rücksicht auf seine früher geäußerte Meinung, etwas vorsichtig ausdrückt. Inzwischen war nämlich bei Wüsterath, 15 km. ssw. vom Laacher See, ein römisches Gehöft ausgegraben worden, bei dem derartige Kalke als Bausteine gedient hatten. Daraufhin glaubte auch VON DECKEN annehmen zu können, daß die Kalkstücke Reste von Bausteinen seien, die von Wüsterath zum Bau des Klosters herbeigeschafft worden seien, wenn man auch noch keinerlei Beweis dafür gefunden habe, daß derartige Gesteine beim Bau tatsächlich verwandt worden seien. Die Heimat des Kalkes sucht er mit Recht in Lothringen (Gegend von Metz-Diedenhofen). ...