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Die Bildungsweise der nutzbaren sedimentären Kaolinfeldspatsandvorkommen der nördlichen Oberpfalz und ihr Zusammenhang mit einem kretazisch-tertiären Urnab-Urvils-System.

Klein, S.

Kurzfassung

Einleitung: Im östlichen Randgebiet des fränkischen bunten Keupers - zwischen Amberg und Weiden in der Oberpfalz - treten größere Kaolinisierungszonen auf, welche anscheinend mit unverminderter Stärke in die Tiefe setzen. Am bekanntesten und weitgehendsten erschlossen sind die kaolinreichen Feldspatsande (,Kaolinsandsteine") von Hirschau und Schnaittenbach nordöstlich von Amberg. Sie liegen in einem westöstlich streichenden Keuperbecken, das im Norden vom Höhenzug des Kohlberger Rotliegenden, im Süden vom altkristallinen ,Westnaabgebirge" v. GÜMBEL'S (8), einem Vorsprung der Böhmischen Masse, begrenzt wird. Am nordwestlichen Nabgebirgsrand tritt nochmals Rotliegendes zu Tage. Südlich der Staatsstraße Hirschau-Schnaittenbach-Wernberg sind sieben bedeutende Vorkommen von Rohkaolin bergmännisch aufgeschlossen, von denen die Kaolingrube der Amberger Kaolinwerke G.m.b.H. Hirschau (,Schiffergrube"), gegenwärtig wohl der größte Rohkaolintagebau Deutschlands ist (vgl. 23, S. 145). Weitere sieben Gruben zur Ausbeutung von Kaolinfeldspatsanden, welche für die keramische Industrie, Papierfabrikation, ,Terranova"-Herstellung und andere Industriezweige in verschiedenen Aufbereitungsstadien Verwendung finden, liegen in einem nördlicheren Bezirk bei Kohlberg, Forsthof-Tanzfleck, Weiherhammer-Mantel, Steinfels, Kaltenbrunn und Rupprechtsreuth. Schürfungen südlich der alten Bleierzzeche von Freihung, am Wege nach Massenricht, führten nunmehr ebenfalls zu einer industriellen Verwertung. (Siehe hierzu Abb. 4.) Diese künstlichen Aufschlüsse, welche nach der gegenwärtigen Auffassung anderer Autoren alle im Keuper angelegt sind, unterzog ich von Frühjahr 1926 bis Sommer 1929 in Urlaubszeiten einer vergleichenden Untersuchung und suchte sie zu ihrer Umgebung in genetische Beziehung zu bringen, um so auf breiterer Grundlage das dortige Kaolinproblem von neuem studieren zu können, welches 1912 A. STAHL (25) aucli für dieses Gebiet bereits gelöst zu haben glaubte. Außer einem gewissen geologischen Problemkomplex, den ich dadurch zu erhellen suchte, sollten diese Untersuchungen auch dem volkswirtschaftlichen Interesse dienen ...