Original paper

Zum Problem des Harzranddiluviums.

Weissermel, W.; Grupe, O.; Dahlgrün, F.; Schriel, W.

Kurzfassung

Die Bearbeitung der zweiten Auflage einer Reihe von Harzrandblättern, und zwar der Blätter Ringelheim, Salzgitter und Lutter am nördlichen, der Blätter Seesen, Osterode, Lauterberg, Ellrich, Nordhausen und Stolberg am westlichen und südlichen Harzrande erforderte zur Klärung einiger strittiger Fragen eine vergleichende Untersuchung des Harzranddiluviums, die im Auftrage der Geologischen Landesanstalt am nördlichen Harzrande von WEISSERMEL, GRUPE und DAHLGRÜN, am westlichen und südlichen von WEISSERMEL, GRUPE, DAHLGRÜN und SCHRIEL im Frühjahr 1931 ausgeführt worden ist. 1. Das Diluvium des nördlichen Harzrandes: von W. WEISSERMEL, O. GRUPE und F. DAHLGRÜN. Die Verhältnisse des Diluviums im Bereich der westlichen subherzynen Kreidemulde haben durch den verstorbenen Bearbeiter, Herrn SCHROEDER, im Laufe der Jahre eine wechselnde Beurteilung erfahren, wie sie in der verschiedenen Darstellung der betreffenden geologischen Blätter der 1. und 2. Auflage zum Ausdruck kommt. Während SCHROEDER anfänglich die Hauptablagerung der Herzynschotter, die im ganzen Harzvorlande landschaftlich stark hervortritt, als ,Jüngere Flußterrasse" trennt vom älteren Glazial, das in Form einzelner isolierter Kuppen erscheint und in dieser Form einerseits in höheren Lagen das ältere Gebirge bedeckt, andererseits aus den umgebenden Schottern der jüngeren Terrasse inselartig herausragt, wurde bei der 2. Auflage der Blätter Goslar und Vienenburg die Altersdeutung für einen Teil dieser Bildungen gerade umgekehrt. Einige inzwischen entstandene Aufschlüsse, wie vor allem derjenige des Finkenherds b. Vienenburg, zeigten, daß die innerhalb der Flußterrassen liegenden Glazialkuppen diese nicht unter-, sondern überlagern und somit eine jüngere Aufschüttung von glazialem Charakter darstellen. Wirklich ältere Glazialschichten treten nach dieser neueren Auffassung SCHROEDER'S dagegen nur verhältnismäßig selten zu Tage, und zwar einmal im Liegenden der Flußschotter, so an den Teichen südöstlich Ohlhof oder an der Bahn südwestlich Immenrode, zum anderen im höheren Niveau auf älterem Gebirge, wie z. B. bei Hahndorf. Die Hauptterrasse der Flußschotter selbst parallelisierte SCHROEDER durchaus zutreffend mit der Mittleren Terrasse des Wesersystems (nach GRUPE'S Terminologie), die auch dort morphologisch nach den heutigen Verhältnissen die Hauptterrassenaufschüttung darstellt.