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Über den Rixdorfer Horizont im Berliner Diluvium

Dietrich, W. O.

Kurzfassung

Es wird versucht, den Rixdorfer Horizont in die Vollgliederung des Eiszeitalters einzuordnen; er wird der jüngeren Weichseleiszeit zugeteilt und auf den Zeitraum zwischen Fläming-Vorstoß und Brandenburger Vorstoß beschränkt (von Abschmelzzeit zu Abschmelzzeit gerechnet). Er ist gebunden an fluvioglaziale Bildungen der alten Haupt- und Nebentäler. Er ist ein Interstadial, das zwischen Würm 2 und 3 fällt. Der bisherige Begriff ,Rixdorfer Interglazial" wird abgelehnt. Der Knochenbestand des R. H. ist um- und aufgearbeitet; er enthält einige ältere interglaziale Bestandteile, ist aber der Hauptsache nach natürlich: Die Fauna des R.H. ist eine natürliche Mischfauna (künstliche Vermischung bei den Aufsammlungen scheidet aus). Die Fauna hat einen starken arktischen Einschlag in Elementen, die aus Nordosten in eisfrei werdendes Gletschervorland eindrangen, in das aus Süden die vom Fläming-Vorstoß vertriebenen Elemente wieder nachrückten. Die Fauna des R.H. bildet den Auftakt zur hochglazialen Fauna des Würm 3 (jüngster Löß). Die Fauna wird kritisch betrachtet und als neu für die Berliner Ablagerungen des R.H. wird Eisfuchs in Niederlehme nachgewiesen.