Original paper

Rußkohle von Zwickau

Stutzer, O.

Kurzfassung

In dieser Zeitschrift (81, S. 156, 1929) erschien ein Auszug meines auf der Bochumer Steinkohlentagung gehaltenen Vortrages Über Rußkohle von Zwickau. Ich besprach das Vorkommen der Rußkohle ihr Aussehen bei mikroskopischer Betrachtung und die Möglichkeiten ihrer Entstehung. Inzwischen sind neue Untersuchungsmethoden ausprobiert alte Verfahren vervollkommnet worden. Mit Hilfe derselben haben wir auch die Kußkohle noch einmal betrachtet. Es sei über sie folgendes mitgeteilt: 1. In meinem Vortrag äußerte ich, ein Teil des Rußes sei verkohltes Calamitenheu. Daß Calamiten an der Zusammensetzung teilnehmen hat inzwischen R. POTONIÉ bestätigt, der Calamitenfusit aus sächsischen Steinkohlen abbildete. Der weitaus größte Teil des Rußes stammt aber von Cordaitenholz, wie die mikroskopische Betrachtung, besonders bei Schrägbeleuchtung, zeigt. 2. Der Fusit findet sich in Form von feinem Häcksel, d. h. in kleinen Bruchstücken von meist nur einigen Millimetern Größe Größere Holzstucke, die in Fusit umgewandelt sind, scheinen zu fehlen. Das Holz war also durch Vermoderung bereits zu Häcksel zerfallen, als es Fusit wurde, wenn man eine Entstehung des Fusits am Ort der jetzigen Lagerung annimmt. Braune Makrosporen liegen zwischen dem Fusit, sie zeigen keine Spur einer Hitzewirkung. Vitritische Pechkohle umfließt bisweilen kleine Ballen von Fusit, sie ist später erstarrt. In einem Reliefschliff sah man eine aufgeplatzte Spore, deren Inneres mit Fusit angefülllt war. Die Struktur des Fusits hat sich mitunter in die vitritische Kohle wie in plastisches Pech eingedrückt. Fusit muß nach alledem im ersten Stadium der Kohlenbildung schon vorgelegen oder sich gebildet haben. Es sei zugegeben, daß es einfacher ist eine Zusammenschwemmung oder Zusammenwehung des Fusites anzunehmen als eine Entstehung am Orte der jetzigen Lagerung. Die Übergänge zwischen Fusit und Vitrit sprechen nicht dagegen. Der Halbfusit hätte sich dann an anderer Stelle gebildet, während die Übergänge zwischen Halbfusit und Vitrit sich erst am Orte der jetzigen Lagerung herausbildeten. ...