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Die bitumenhaltigen Horizonte des nordwestdeutschen Weißen Jura, ein Beitrag zum Problem der Bitumenführung der Gesteine.

Grupe, O.

Kurzfassung

Der Vortrag beschäftigt sich vor allem mit der Frage nach dem primären oder sekundären Charakter der in den verschiedensten Gesteinsarten der norddeutschen Portlandbildungen vorkommenden Bitumina mit dem Ergebnis, daß das Bitumen ein ursprünglicher Bestandteil nicht nur der Tone, sondern auch der Kalke und Gipse ist. Diese primäre Natur des Bitumens wird bewiesen einmal durch seine gleichmäßige, diffuse Verteilung, zum anderen durch seine innige Verknüpfung mit reichlichem Schwefelkies, dem charakteristischen Begleiter fossiler Faulschlammbildungen. Auch paläogeographisch ist die Bituminierung der Portlandschichten bedingt insofern nämlich, als sich diese nach ihrer allgemeinen Beschaffenheit als litorale Flachwassersedimente am Rande der ,mitteldeutschen Festlandschwelle" kennzeichnen, in deren Bereich sich leicht ruhige Meeresbuchten und Lagunen abschnüren und bei wiederholtem Wechsel der Lebensbedingungen ihrer Lebewelt leicht ein Massensterben derselben, verbunden mit Fäulnisvorgängen, veranlassen konnten.