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Zur Mikroskopie der Bitumina, Methoden zur Untersuchung organogener Gesteine und Gesteinsbestandteile

Potonié, Robert

Kurzfassung

Eine mikroskopische Untersuchung von Kaustobiolithen nach dem gegenwärtigen Stande unserer Methoden sollte z. B. folgendermaßen verlaufen: 1. Untersuchung der frischen nicht polierten Bruchfläche bei geringerer Vergrößerung im auffallenden Licht. 2. Untersuchung des Anschliffes im auffallenden Licht. Nur mit Hilfe des auffallenden Lichtes kann man sich z. B. über die SCHNEIDERHÖHN'schen Punkthäufchen aus Pyrit usw. klar werden. Es handelt sich in diesen aus morphologischen Gründen nicht direkt um Bakterienkolonien, sondern mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit um Produkte der Tätigkeit von Bakterien. Wo wir die SCHNEIDERHÖHN'schen Punkthäufchen vorfinden, werden wir also mit gewisser Berechtigung von den in einem Sediment seiner Zeit vorhanden gewesenen anaeroben Bedingungen sprechen dürfen. Diese Folgerung ist nicht so berechtigt, wo wir Pyrit schlechthin vorfinden. 3. Untersuchung des Dünnschliffs im durchfallenden Licht. Z. B. Verwendung gewisser noch nicht ausgenutzter Methoden zur Auswertung von feingeschichteten Kaustobiolithen. 4. Die mikrochemische Untersuchung der frischen Bruchfläche, des Anschliffs, sowie des nicht abgedeckten Dünnschliffes. Hier lassen sich eine Reihe von sehr einfachen, aber manchmal notwendigen mikrochemischen Reaktionen vornehmen, so im Hinblick auf den Kalk-, Magnesium- und Eisengehalt und dessen Lokalisierung, weiter zur Feststellung von Eigenschaften der organischen Substanz. 5. Die üblichen chemischen Methoden können durch einige Untersuchungen mit kleinsten Substanzmengen vermehrt werden. Hierher gehören Untersuchungen an von Hand aufbereiteten Gesteinsbestandteilen, Schmelzpunktbestimmungen usw. 6. Untersuchung im mikroskopischen Ofen. Ein für diese Zwecke geeigneter Apparat wird beschrieben. Es lassen sich hiermit die bei den abgelesenen Temperaturen an bestimmten Gesteinsbestandteilen vor sich gehenden Veränderungen mikroskopisch beobachten. Weiter ist es möglich, die bei diesen Temperaturen entstehenden Destillations- und Schwelprodukte mit Hilfe auswechselbarer Deckgläschen zu gewinnen und des näheren zu prüfen. Manchmal gibt z. B. die Prüfung der Schwelprodukte im Quarzlicht Anhaltspunkte. 7. Kolorimetrische Methode. Praktisch ist endlich eine nicht mikroskopische Methode, die nötig wird, wo es sich darum handelt, sich ein ungefähres Bild von der Menge der am Aufbau des Gesteins beteiligten humolithischen Substanz zu machen. Die Methode beruht auf der Löslichkeit der Huminsäuren in Kalilauge. Nach bestimmter Vorschrift gewonnene Extrakte der Huminsäuren werden im Kolorimeter mit einer Standardlösung von Huminsäure verglichen. Ähnlich ist mit der DoNATH'schen Salpetersäure-Reaktion zu verfahren, bei der eine bestimmte Kaliumbichromatlösung als Standardlösung benutzt wird.