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Erdöl und Geophysik in Nordwestdeutschland

Barsch, Otto

Kurzfassung

Die geophysikalischen Aufschlußmethoden umfassen das gesamte Gebiet aller physikalischen Untersuchungsarten, die der Aufgabe dienen, aus den an der Erdoberfläche meßbaren physikalischen Wirkungen des Untergrundes die besonderen Eigenschaften der Schichten, sowie deren Lagerungsformen zu erforschen. Die geophysikalischen Forschungsmethoden sind somit ein Hilfsmittel der praktischen Geologie und untrennbar mit den geologischen Kombinationen verknüpft. In früherer Zeit fußten die Untersuchungsmethoden der praktischen Geologie ausschließlich auf den mit dem Auge wahrnehmbaren Anhaltspunkten, also auf der Beobachtung der Schichtenfolge in den Tagesaufschlüssen, Bohrungen und Grubenbauen, sowie auf der Beurteilung der Morphologie der Oberfläche. Die so gewonnenen Erkenntnisse wurden erweitert durch Konstruktionen, die sich auf mehr oder weniger gut begründete geologische Theorien stützen. In vielen Fällen werden die so gewonnenen Resultate genügen, um ein zuverlässiges Bild über die Lagerungsverhältnisse im tieferen Untergrund zu erhalten, besonders in den Gebieten, wo Aufschlüsse in reichlicher Anzahl zur Verfügung stehen; in anderen Gegenden aber, wo eine mehr oder weniger mächtige Decke von Tertiär und Diluvium die älteren Schichtenfolgen verhüllt, ist die praktische Geologie lediglich auf Vermutungen angewiesen; nur kostspielige Bohrungen können hier Aufschluß über die Beschaffenheit und Strukturen der tieferen Schichten liefern; aber auch die Bohrungen geben nur punktartige Ergebnisse und man ist in Bezug auf die Beschaffenheiten der Schichten und der Tektonik des weiteren Gebietes auf Analogieschlüsse angewiesen; das bedingt aber eine große Unsicherheit und ein erhebliches Risiko für das Ansetzen einer neuen Bohrung. Die Kenntnis von der räumlichen Gestaltung einer Lagerstätte ist aber von größter Bedeutung sowohl für deren Abbaufähigkeit, als auch für deren Erschließung durch Bohrungen. ...