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Über die Erdöllagerstätte von Oberg

Schleh, Fr.

Kurzfassung

Das Gebiet um Oberg ist in der Literatur schon sehr ausführlich behandelt worden. Die lebhafte Bohrtätigkeit der letzten Jahre brachte jedoch nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in wissenschaftlicher Hinsicht neue Ergebnisse, die zu veröffentlichen mir die Erdölbergbau A.-G., Celle, und die Gewerkschaft Wilhelmshall, Ölsburg, in entgegenkommender Weise gestatteten. Ich möchte auch an dieser Stelle den Firmen bestens dafür danken. Besonderen Dank schulde ich Herrn A. BENTZ, der mich bei meiner Tätigkeit in Oberg unterstützte. Tektonik: Die erste geologische Karte des Gebietes um Oberg veröffentlichte G. BECK (1920, s. Abb. 1). Seine Kartierung hat ergeben, daß ein von SW nach NO streichender Salzstock vorliegt, dessen Hutbildungen nur auf verhältnismäßig kurze Erstreckung bei Ölsburg-Großilsede und bei Mölme mit dem Handbohrer nachweisbar sind. Dazwischen liegt - transgredierend auf Zechstein - eine Kreidescholle. Im Westen des Salzstockes haben wir eine Kreide-Mulde mit den Groß-Bültener Eisenerzen. Östlich davon liegen die Verhältnisse weniger einfach. Hier hat im Alttertiär eine Querfaltung stattgefunden, durch die zwei ungefähr senkrecht zum Salzstock streichende Quersättel gebildet wurden. An den nördlichen davon, den sog. Oberger Sattel, ist das Oberger Erdölvorkommen gebunden. Der Oberger Sattel stößt nicht direkt an den Salzstock an, sondern ist von ihm durch einen Arm der Kreidescholle und durch eine steilgestellte Triasschicht - anstehend ist Muschelkalk - getrennt. Zur näheren Erläuterung der Tektonik um Oberg wurden 2 Profile Bezeichnet, von denen das erste über Ölsburg nach Oberg in W-Ö-licher Richtung (Abb. 2), das zweite (Abb. 4) durch den Oberger Sattel in ungefähr N-S-licher Richtung führt. Abbildung 2 zeigt den teilweise mit Tertiär bedeckten Salzstock von Ölsburg, der von dem Kaliwerk Wilhelmshall, Ölsburg, abgebaut wird. Zwei Bohrungen dieser Gewerkschaft gaben Einblick in den tieferen Untergrund der Kreidemulde auf der West-Seite des Salzstockes. Nachgewiesen wurde durch diese Bohrungen die untere Kreide, wenig Weißer Jura, der Dogger und der Lias bis zum Posidonienschiefer. ...