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Die Erdöllagerstätten am Salzstock von Ödesse

Moos, August

Kurzfassung

Der Salzstock von Ödesse liegt 8 km nördlich der Stadt Peine. Das Dorf Ödesse selber befindet sich an der Ostflanke des Salzstockes. 1 km südlich von Ödesse wurde 1881 im Anschluß an die ersten Ölfunde Ölheim gegründet. Hier an der Südostflanke des Salzstockes entstand in den achtziger Jahren das erste deutsche Ölfeld, in dessen Umgebung nach langer Ruhezeit jetzt neue Aufschlußbohrungen im Gange sind. Etwa 1 km nördlich von Ödesse liegt der staatliche Forst Berkhöpen, in welchem Ende 1927 die Bohrung Eddesse 2 die Reihe der neuen eruptiven Tiefbohrungen eröffnete. Das Dorf Edemissen liegt 2 km südöstlich des Salzstockes. Die auf der Gemarkung Edemissen, welche sich bis an den Forst Berkhöpen heran erstreckt, niedergebrachten neuen Bohrungen tragen den Namen dieses Dorfes. Das Dorf Eddesse liegt 1 km nördlich von Berkhöpen. Dollbergen befindet sich 2 km NO, Abbensen 2 und Ölerse 3 km W des Salzstockes. Auf die Geologie des Untergrundes geben an der Oberfläche nur die schon L. VON BUCH bekannten Sandsteinbrüche des Fissenberges einen Hinweis. Die Sandsteine gehören dem Wealden an, fallen mit 45° nach W ein und bezeichnen die nordwestliche Mantelzone des Salzstockes. Die südöstliche Randzone war durch die alten Teerkuhlen bei Ölheim an die Oberfläche projiziert, von denen aber ebensowenig mehr etwas zu sehen ist, wie von dem seinerzeit dort anstehenden vielumstrittenen Teerkuhlenfels, der wohl einem öldurchtränkten Tertiärsandstein entsprach. Alles, was wir sonst von der Geologie der Erdöllagerstätten am Salzstock von Ödesse wissen, beruht auf den Ergebnissen der Bohrungen, insbesondere der ausgedehnten Kernbohrungen wie sie in den letzten Jahren von der A. Raky A.-G. und der Gewerkschaft Florentine durchgeführt wurden. Schichtenfolge: Die Salzfolge des Oberen Zechsteins vom älteren Steinsalz an ist in den beiden Schächten der Hannoverschen Kaliwerke erschlossen. Die tiefste Salzbohrung ist bis 1138 m im Salz verblieben. Der Gipshut setzt bei ca. 40 m Tiefe ein, er reicht bis zum Salzspiegel bei 200 m Tiefe, ist also ziemlich mächtig. Ein Teil der Ölbohrungen in Berkhöpen hat den hier nach NO auf die mesozoischen Gesteine der Mantelzone aufgeschobenen Gipshut durchteuft. Neben Gips zeigten sich hier mannigfache Einsturzbildungen. ...