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Das Erdölgebiet von Nienhagen

Strobel, E.

Kurzfassung

Die dem Salzstock von Hänigsen-Nienhagen angelagerten Erdölfelder sind in ihrem südlichsten Teil, am Teerkuhlenberg, bereits seit dem Mittelalter als Erdölausbisse bekannt. Unter der Leitung von Professor HUNÄUS, Hannover, wurde 1861/62 eine Bohrung am Teerkuhlenberg niedergebracht, die eine Tiefe von ca. 55 m erreichte. In den Jahren 1880/83 setzte in diesem Gebiet eine stärkere Bohrtätigkeit ein, die auch zur Entdeckung des Salzstockes führte. Aber erst in den Jahren nach 1900 tritt das Gebiet in Förderung. Damals wurden jährlich ca. 500 t Öl gefördert. In der Zeit um 1910 wurde die Hauptbohrtätigkeit nach dem Dannhorster Feld verlegt; 1910 lieferte das Gebiet schon 17-18 000 t jährlich. Schon vor dem Kriege wurden einige Bohrungen in dem Gebiet südlich der Kalibahn in der geringen Tiefe von 150-200 m fündig, damals wurden die Valendisölsande an ihrem Auskeilenden erfaßt, die Bohrungen ergaben aber nur eine schwache Produktion. Erst als in den Jahren 1920-22 die Gewerkschaft Elwerath das Wagnis unternahm, weiter im Westen, im Fallen der Schichten, eine Bohrung anzusetzen, die Bohrung Elwerath 32, die dann in einer Tiefe von ca. 500 m im April 1922 mit einer täglichen Leistung von über 100 t freifließenden Öles fündig wurde, begann der große Aufschwung des Gebietes. Von 1922 ab beginnt in dem Ölrevier Nienhagen-Hänigsen die Zeit der Tiefbohrungen. Der Forstort Brand wurde nun das Hauptbohrgebiet. Mehrere spätere Bohrungen wurden hier noch eruptiv, so die E. H. 44, 45, die Bohrungen Rig und Niedersachsen. In der Zeit von 1922-28 wurde der Forstort Brand aufgeschlossen, bis im Jahre 1928 durch die Gewerkschaft Elwerath ein großer Sprung weiter nach Norden gemacht wurde. Die Bohrung Thekla I führte im April 1928 zur Erschließung des Nordfeldes. Seit 1928 liegt die Hauptbohrtätigkeit im Nordfeld, das seither einen bedeutenden Aufschwung genommen hat. Seit 1928 sind etwa 45 Bohrungen hier niedergebracht worden, davon waren nur zwei Fehlbohrungen; zwei weitere Bohrungen sind technischer Schwierigkeiten wegen verunglückt. Der stratigraphische Aufbau des Gebietes ist aus der umstehenden Formationstabelle ersichtlich. Als älteste Oberkreidestufe ist in dem Ölgebiet das Marsupiten- oder Granulaten-Senon festgestellt, und zwar in einer stark sandigen, glaukonitischen Transffressionsfazies. (STOLLER, 1930)...