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Die geologischen Verhältnisse des Teilölfeldes Dannhorst bei Nienhagen

Kraiss, Alfred

Kurzfassung

1. Tektonik: Der Aufbau des Ölgebietes am Westrand des Salzstockes von Hänigsen-Wathlingen wird in der Hauptsache von zwei tektonischen Elementen beherrscht, einem quergerichteten, breiten, tauchenden Sattel und einem System von Staffelbrüchen. Ein tektonisches Übersichtskärtchen ist auf S. 424 des vorliegenden Heftes gegeben. Der Sattelbau kommt bereits in der Umrandung des Salzstockes selbst zum Ausdruck, indem letzterer im Sattelkern aus rheinischer Richtung westlich vorbiegt. Hier wurzelt die Achse des tauchenden Quersattels. Mit umlaufendem Streichen legen sich Trias und Jura und, mit Diskordanzen (Profile auf Taf. 15), Untere und Obere Kreide auf. Auch die Linie des prätertiären Ausgehenden der Senonbasis und deren Tiefenkurven zeigen deutlich umlaufendes Streichen aus der NW- in die NO-Richtung. Selbst das Tertiär spiegelt, wenn auch in schwächerem Maße, noch deutlich den Sattelbau wieder. Der Staffelbau kommt im Süden zunächst durch die aus steilstehenden Trias- und Zechsteinschichten aufgebauten, rheinisch gestreckten Obershagener Randstaffeln zum Ausdruck; deren Westabbruch endet bereits spitzwinklig am Salzstock. Nach Westen folgt die abgesunkene Scholle des südlichen Dannhorst, welche aus Trias und Jura aufgebaut wird und durch das regelmäßige SW-Fallen der Schichten ihre Zugehörigkeit zum hercynischen Südflügel anzeigt. Nach NW ist die Scholle durch einen zweiten großen Staffelsprung abgeschnitten. Das abgesunkene Gebiet trägt Grabencharakter, umschließt das Nienhagener Südfeld und enthält eine besonders tief abgesunkene rheinische Grabenscholle. Die Fortsetzung des Jura vom südlichen Dannhorst findet sich jenseits des Grabens im Jura des Nienhagener Nordfeldes wieder. Die Trias am Ostrand des Grabens bildet, in auffallend zackiger Linie abgerissen, noch eine Art Brücke zwischen SW- und N-Flügel. Die Grabenbildung ist als eine Folgeerscheinung der Salzabwanderung anzusehen. Man darf vermuten, daß der Graben außerhalb des auf dem Übersichtskärtchen dargestellten Gebietes ganz in die rheinische Richtung übergehen wird. Durch die Umbiegung der Staffelbrüche in die Ostrichtung wird wohl angedeutet, daß der Graben gleichzeitig auch in Abhängigkeit steht vom auftauchenden Quersattel. ...