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Über die Erdöllagerstätten von Wietze-Steinförde

Hoffmann, Friedrich

Kurzfassung

Die erste Bohrung in Wietze ist im Jahre 1858 niedergebracht worden. Bis heute sind rund 2000 Bohrungen geteuft, die bis Ende 1931 der gesamten niedersächsischen Förderung einen Anteil von rd. 73% einbrachten. Die Erdöllagerstätten von Wietze-Steinförde treten auf in der nördlichen und nordwestlichen Flankenzone des zungenförmigen Ausläufers des Salzstockes von Wietze-Hambühren. In der näheren Umgebung von Wietze setzt der Salzstock steil in die Tiefe und fällt sowohl mit seiner nördlichen, als auch seiner südlichen Flanke südsüdwestlich ein. Die sich nördlich und nordwestlich anlagernden Gebirgsschichten sind stark gestört und haben insofern eine tektonische Eigenart, als hier eine wurzellose Scholle auf steil aufgerichteten Schichtgliedern liegt. KRAISS hat diese isolierte Scholle als Oberscholle, die darunterliegenden Schichten als ,Unterscholle" bezeichnet. Beide Schollen sind durch eine durchschnittlich mit 17° nördlich bis nordwestlich einfallende Störungsfläche getrennt. An der südlichen Flanke des Salzstockes sind die Schichten schwächer aufgerichtet. Am geologischen Aufbau sind beteiligt: Zechstein, Trias, Jura, Kreide, Tertiär und Diluvium. Der Zechstein zeigt sich im emporgedrungenen Salzstock. Der Buntsandstein ist noch nicht angetroffen, vom Muschelkalk sind nur die Nodosenschichten angeritzt worden. Der Keuper ist lückenlos durchteuft. Die für Ölaufnahme günstigen Horizonte des Lettenkohlen- und Schilfsandsteins sind ölfrei, erst im Sandstein des Mittelrät sind große Ölmengen aufgespeichert. Der Lias in seiner tonigen Ausbildung führt nur im unteren Teil geringmächtige dichte Kalksandsteinbänke. Unterer und Mittlerer Dogger sind tonig entwickelt, der Oberdogger hat im Cornbrash und in der Macrocephalenstufe Sandsteinlagen, in denen viel Öl enthalten ist. Der Malm mit seiner kalkig-tonigen Fazies führt in Sandsteinbänken des Korallen-Oolith und im Purbeck-Horizont geringe Ölmengen. Der Wealden ist eine Wechsellagerung von Tonen, Kalksandsteinbänken und mächtigen, losen, ölführenden Sanden. Die tonig-mergelig, im Valendis schwach feinsandig glaukonitisch entwickelte marine Untere Kreide liegt konkordant auf Wealden-Schichten. Diskordanzen stellen sich erst in der Oberen Kreide ein. ...