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Die oberschlesische Buntsandsteinfrage und die epirogenen Kippungsbewegungen der Röttransgression in Ostdeutschland

Scupin, Hans

Kurzfassung

Meine inzwischen abgeschlossenen Untersuchungen des Buntsandsteins in Niederschlesien, insbesondere die Erörterung der epirogenen Bewegungen dieses Gebietes vor und während der Röttransgression nötigten mich, auch der Frage näher zu treten, inwieweit überhaupt älterer Buntsandstein in Oberschlesien entwickelt ist, wobei ich zu Ergebnissen gelangt bin, die zu den augenblicklich geltenden Auffassungen besonders R. MICHAEL'S in Gegensatz stehen. Da andererseits der Einbruch des Röt-Muschelkalkmeeres nach Deutschland über Oberschlesien erfolgte, so ergab sich dadurch naturgemäß eine Reihe besonderer Fragen, und so mögen diese hier zunächst gesondert betrachtet werden. Bei der Frage nach dem Vorkommen von Buntsandstein in Oberschlesien ist zu unterscheiden zwischen den auf der GÜRICH'schen Karte als Buntsandstein eingetragenen Vorkommen südlich des Myslowitzer Sattels im südlichen Oberschlesien und nördlichen Galizien und dem Buntsandstein im Norden in der Gegend von Tarnowitz, Broslawitz sowie südlich von Oppeln. Die erstgenannten Vorkommen, soweit sie älter als Röt sind, gehören zum Rotliegenden, und zwar zum tieferen Rotliegenden mit mesovulkanischen Eruptiven und Pflanzenresten. Dagegen nötigt nichts, auch die nördlichen Vorkommen zwischen Karbon und Röt in ihrer ganzen Mächtigkeit ins Rotliegende zu stellen, wie dies besonders von R. MICHAEL vertreten wurde, wenn auch die untersten Konglomerate dahingehören könnten. Es kommt dabei hier zunächst nur frühestens Oberrotliegendes in Frage, wie auf Grund des Vergleichs mit der Nordsudetischen Dyas behauptet werden kann (Porphyrkomponenten im Bohrloch von Lassowitz), doch bleibt auch die Möglichkeit, ja Wahrscheinlichkeit eines in Rotliegendfazies entwickelten Schichtenstoßes von Unter- und Mittelzechstein, wie gleich zu zeigen sein wird. Anlaß für diese einheitliche Behandlung des ganzen Schichtenstoßes als Rotliegendes bei MICHAEL ist wohl das Fehlen des marinen Zechsteins in den Bohrprofilen gewesen. Inzwischen sind aber in den letzten Jahren die kontinentalen Ablagerungen der Zechsteinzeit immer stärker in den Vordergrund getreten, nachdem schon von HARRASSOWITZ vor längerer Zeit Schichten von Rotliegendfazies am Ostrand des Rheinischen Massivs als Zechstein erkannt worden sind. ...