Original paper

Versuch: Geologie, Paläontologie, Zoologie, Biologie und Vorgeschichte auf die Frage der Senkung in der westlichen Ostsee zu vereinigen

Klinghardt, Franz

Kurzfassung

Flensburg: Geologie: Der Untergrund ist durch Tiefbohrungen gut bekannt. Hervorgehoben sei das mittlere Miozän mit Glimmersanden und darunter Tonen (ca. 80 meist unbekannte Arten). Nach PHILIPPSEN deuten die verschiedenen Fazies auf starke Bodenbewegungen, was möglich, jedoch nach Beobachtungen des Verfassers an heutigen Meeren, nicht zwingend ist. Das Diluvium zeigt die übliche Wechsellagerung von Sanden, Kiesen, Tonen. Das Alluvium besteht im Hafen aus Torf, der wahrscheinlich ancyluszeitlich ist, darüber Meeressand mit Austern der Litorinazeit (nach W. WOLFF). Marine Ablagerungen, jedenfalls aus der Litorinazeit, reichen bis zum kleinen Mühlenteich. Am Schwimmdock ergaben sich folgende Schichtformen: Rezent: Sande mit Mya arenaria. Litorinazeit: Mudd (schwefelwasserstoffreich). Ältere Litorina- oder Ancyluszeit: Waldtorf mit großen Baumstämmen. Bei Mürwick wurden Hirschgeweihe 5 m unter dem Boden des heutigen Meeres ausgebaggert. Weitere Funde in der ausführlichen Arbeit. Paläontologie, Zoologie und Biologie: Von vorgeschichtlicher Seite wurde die Frage aufgeworfen, ob die vielen Muschelhaufen, die meist in der Förde ertränkt liegen, Küchenabfallhaufen sind oder nicht. 1. Wirbellose: Zoologie und Biologie lehren, daß die Auster heute im Wattenmeer eine Strömung gleich der des Eheines bei Bonn benötigt und daß sie in den tiefen Wasserrinnen des flachen Meeresbodens lebt. 2. Auf den heutigen Austern- und Miesmuschelbänken herrscht nach anderen Beobachtungen und denen des Verfassers eine Muschelart zu 90-95% vor. Zu 1: Es ist ganz unwahrscheinlich, daß die angegebenen biologischen Bedingungen in der innersten Förde herrschten. Zu 2: Mit den erwähnten Zweischalern wurden viele andere Muschelarten heraufgebracht, was gegen Austern- und Miesmuschelbänke spricht. ...