Original paper

Neue Leithorizonte in den Binnenwerken (Fettkohlenschichten) der Grube Eschweiler Reserve (Indegebiet) bei Aachen

Hahne, C.

Kurzfassung

In Verbindung mit dem Heerlener Geologischen Bureau und mit Unterstützung einiger Studierenden der Bergbauabteilung der Technischen Hochschule Aachen, sowie finanzieller Hilfe der Gesellschaft der Freunde der Aachener Hochschule und des Eschweiler Bergwerksvereins haben wir im Herbst 1931 (im Rahmen einer geplanten Neudurchforschung des Aachener Kohlenreviers) eine fast vollständige geologische Neuuntersuchung der Grube Eschweiler Reserve bei Nothberg vorgenommen. Diese Grube hat darum besonderes Interesse, da sie die einzige im Indegebiet noch in Betrieb befindliche Zeche ist. Nur hier lassen sich also die Fragen erfolgreich behandeln, die sich an das Oberkarbon des Indegebietes, welches nach früheren Untersuchungen eine Sonderentwicklung zeigen sollte, knüpfen. Durch eine möglichst sorgfältige Durcharbeitung der noch vorhandenen Profile (ein großer Teil der Grube ist nicht mehr zugänglich) haben wir eine Reihe dieser Fragen gelöst oder der Lösung näher gebracht, insbesondere hatten wir das Glück, neue Leithorizonte zu finden, die für die Identifizierung der Schichten im engeren und weiteren Gebiet von Bedeutung sind. (Nur hierüber möchte ich zunächst in dieser Schrift berichten.) Wichtig erscheint uns vor allem die Auffindung eines marinen Horizontes im Hangenden des Flözes Kleinekohl (ziemlich dicht unter dem Gyr-Sandstein), der an drei Stellen der Grube (im 1., 2. und 5. östl. Abt. Querschlag der 490 m-Sohle) festgestellt wurde, nachdem wir ihn zunächst über Tage in der Ziegelei Weisweiler gefunden hatten. Er liegt im 1. östl. Abt. Querschlag unmittelbar im Hang eines Flözchens (Standpunkt: 93.6 s), ungefähr 30 m über Flöz Padtkohl, und etwa 5-6 m unter dem Gyrsandstein in einem festen, dunklen, schwach bituminösen Schiefer mit Toneisensteinlagen. Er führt selten Lingula mytiloides Sow. Discina (?nitida PHILL.). Im 2. östl. Abt. Querschlag liegt er nur etwa 1.80 m unter dem Gyrsandstein (Standpunkt: 135.9 s) in einem sehr reinen, schwach bituminösen Schieferton. Die Lage von Flöz Kleinekohl läßt sich hier nicht bestimmen, da diese Partie durch eine Mauer verbaut ist. Er führt; hier nur Lingula mytiloides Sow. ...