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Die Ergebnisse einiger Tiefbohrungen insbesondere in Bezug auf Verbreitung und Stratographie von Kreide und Alttertiär sowie in Bezug auf die magnetische Vermessung Mecklenburgs

Schuh, Fr.

Kurzfassung

In den Jahren 1928/29 wurden in Mecklenburg eine Reihe von Tiefbohrungen niedergebracht, über die kurz berichtet werden soll. Zum Vergleich wird auch noch auf einige ältere Tiefbohrungen Bezug genommen. Die Lage aller Bohrungen geht aus Abb. 1 hervor. Im Folgenden soll nun das kurz zusammengefaßte Ergebnis der einzelnen Bohrungen mitgeteilt werden (Abb. 2): 1. Tiefbohrung Lüsewitz (1928), im Osten von Rostock: 0-301.75 m Diluvium, stark gestört (zweimaliges Auftreten von Lokalmoräne durch starke Aufnahme von Alttertiärton). An der Basis fanden sich grünumrindete Feuersteine aus der paleozänen Transgressionszone. 301.75-ca. 450.50 m Senon, bis 390 m mürbe Kreide, anscheinend ohne Feuersteine, darunter vorwiegend gelblicher Kreidemergel. ca. 450.50-663.00 m Turon, und zwar: bis ca. 488 m Kreide mit horizontalen Tonzwischenlagen, leicht spaltend, bis 505 m massige Kreide mit Verkieselungen, bis 663 m hellgraue und dunkelgraue Mergel, reich an Inoceramen (Inoceramus labiatus SCHLOTH), auch mit dunklen sapropelitischen Lagen, besonders bei 660 m. 663.00-696.00 m Cenoman, im oberen Teil stärker kalkig, im unteren ein grünlichgrauer glaukonitischer Mergel mit vielen Inoceramenbruchstücken (Inoceramus cripsi MANT). 696.00-723.00 m Albien, ziegelroter Kalkmergel mit zahlreichen Exemplaren von Aucellina gryphaeoides Sow. 723.00-835.00 m (Endteufe) Keuper (vermutlich mittlerer), und zwar: bis 770 m hellgrauer, auch gelblicher und grünlichgrauer Kalkmergel, vielfach durch helle und dunkle Lagen eine deutliche Bänderung zeigend, bis 798 m grüne bis grüngraue Mergel (bei 781 m auch ziegelrot), sowie weißgrüne und grüngraue gebänderte Kalkmergel. ...