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Der variskische Untergrund Nordböhmens zwischen Erzgebirge und Jeschken

Ebert, Heinz

Kurzfassung

Der breite Streifen kretazischer (und tertiärer) Gesteine, der die Böhmische Masse in zwei Abschnitte zerlegt, wird als ,Nordböhmisches Kreide-Tertiär-Gebiet" bezeichnet. In seinem mittleren Teil, dem Böhmischen Mittelgebirge und dessen Randgebieten, wird der vormesozoische Untergrund untersucht; als Quellen dienen die ,Grundgebirgsinseln", Einschlüsse in tertiären Eruptivgesteinen und die aus der Literatur entnommenen Ergebnisse von Tiefbohrungen. Es ergab sich, daß die Elbtalzone (= Gebiet zwischen Lausitz und Erzgebirge) nach Osten zu umbiegt und sich in den Westsudeten (Jeschken) fortsetzt, und daß die Granite der Lausitz diesen nach Norden offenen Bogen füllen, zum Teil aber auch das Verbindungsgebiet Elbtalzone - Westsudeten selbst durchsetzen oder unterlagern. Während die ,Westlausitzer Störung", die Grenze der Elbtalzone gegen die Lausitz, vermutlich nach Osten zu umbiegt und ausklingt, setzt sich die ,Mittelsächsische Überschiebung", die Randstörung des Erzgebirgskristallins im Nordosten, wahrscheinlich ziemlich geradlinig in Südostrichtung nach Böhmen hinein fort. Der abgesunkene Südflügel des Erzgebirges läßt sich deutlich in einen Kern aus Grauen und einen Mantel aus Roten Gneisen gliedern; ein Granitmassiv liegt im Gebiet südlich von Aussig. Der Rote Gneis und seine Schieferhülle sinkt nach Südosten in eine Synklinalregion ab, deren spätpaläozoische Füllung den Nordflügel des Kladno-Schlaner Oberkarbon-Rotliegend-Beckens darstellt. Der Anschluß an Zentralböhmen ist damit hergestellt. Ob eine Verbindung von der Kladno-Schlaner Mulde zur Innersudetischen Mulde hinüberführt, kann noch nicht entschieden werden.