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Über Salzauslaugung, Tektonik und Oberflächenformen zwischen Westharz und Vogelsberg-Rhön

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Die Oberflächenformen in den Gebieten, in denen Bohrungen Salzhänge oder Auslaugung nachgewiesen haben, indem sie entweder verminderte Steinsalzmächtigkeit oder Auslaugungsbrekzien durchteuften, zeigen einen auffälligen Gegensatz. Hier treten breite Talzüge auf, die den Salzhängen entsprechen, dort finden sich unregelmäßige Oberflächenformen, die als Eigenart kleinere, d. h. nur kilometergroße Becken aufweisen. Ein breites Niederungsgebiet mit deutlichem Anstieg (über 50 m) entspricht dem. Salzhang östlich des Ohmgebirges, einzelne ,Becken" treten kaum in Erscheinung. Dagegen ist westlich des Ohmgebirges die Beckenbildung besonders ausgeprägt, Auch im Werra-Fuldagebiet treten beide Bildungen auf. An der Werra und bei Neuhof an der oberen Fulda ist ein breites regelmäßiges Salzhanggebiet ausgebildet, zwischen beiden liegt die Zone der Becken. Die kleineren Becken, über die ich 1931 berichtete, treten hier in Verbindung mit 10 km im Durchmesser fassenden größeren Becken (Schlitz, Queck, Hersfeld usw.) auf. Die geologische Karte zeigt im Südharzgebiet einen Gegensatz zwischen dem Osten und dem Westen des Ohmgebirges. Im Westen durchziehen Muschelkalkgräben den Buntsandstein, im Osten wird der Buntsandstein durch versenkte jüngere Triasgesteine nicht unterbrochen. Die früh erkannten Muschelkalkgräben, deren Richtung die Zone vorwiegend rheinischer Störungen abgrenzen läßt, treten auf der STILLE'schen Karte der saxonischen Gebirgsbildung zwischen Vogelsberg-Rhön und der norddeutschen Tiefebene (1922) deutlich hervor. Die wellenförmige Flachfaltung hat HUMMEL (1929) erstmalig in einem größeren Gebiete auf einer Schichthöhenkarte dargestellt, er geht von der Rötgrenze aus. Auf Grund von Bohrergebnissen zeichnete DIETZ (1928) seine Höhenkarte des Plattendolomites im Werragebiet. Meine Karte der Tektonik und Beckenbildung des nordwestlichen Eichsfeldes beruht ebenfalls auf der Darstellung größerer Teile des Gebietes in Schichthöhen. Das Ergebnis dieser Karten ist die Feststellung einer Gitterfaltung, rheinische und herzynische Falten überlagern einander. Neben der großwelligen Faltung tritt noch eine kleinwellige auf, die auch oberflächlich zu erkennen ist, wenn sie auch besonders großartig erst durch den Bergbau aufgeschlossen ist. In den von HARTWIG (1929) beschriebenen Aufschlüssen des Schachtes Hindenburg bei Reyershausen ist die Kulissenfaltung ein gutes Beispiel für die Überlagerung der Faltungssysteme. ...