Original paper

Über den Werdegang der subpazifischen Schicht und verwandte Probleme (Dem Gedächtnis ALFRED WEGENER'S gewidmet.)

Borchert, H.

Kurzfassung

Es kann nicht scharf genug betont werden, daß wohl das subkrustale Magma, daher auch das subpazifische, mit größter Wahrscheinlichkeit, aus Sial-Sima, das heißt aus basaltischem-gabbroidalem Material besteht oder bestanden hat, daß es aber eben darum unsinnig ist, ein Basalt-Gestein unter dem pazifischen Ozean anzunehmen und dessen mechanische, magnetische und sonstige Eigenschaften als Grundlage für geologische und geophysikalische Überlegungen zu nehmen. Die Tatsache, daß insbesondere von Geophysikern häufig basaltisches Magma und Basalt-Gestein gleichgesetzt werden und daß immer noch der Begriff ,Glasbasalt" in der Literatur eine wichtige Rolle spielt, bildete den Anstoß zu der vorliegenden Arbeit. Einführende Ueberlegungen sollen den dominierenden Einfluß von Temperaturgefällen bei der fraktionierten Kristallisation von magmatischen Intrusionen erkennen lassen. Es wird versucht, den Kristallisationsprozeß des sub-pazifischen Magmas zu erfassen. Als Ausgangspunkt wird der Zeitpunkt gewählt, in dem die Erde bereits eine Wasserhülle und daher auch eine mehrere km starke Kruste besaß. Die Unterfläche dieser Kruste bildet nun im Bereich des pazifischen Ozeans für die Folge, geologische Zeiträume hindurch, die Abkühlungsfläche für das unterlagernde Magma. Dieses Magma hat wahrscheinlich schon zu Beginn des hier geschilderten Prozesses als Sial-Sima (gabbroidales oder basaltisches Magma) vorgelegen. So erscheint die größere Righeit der subpazifischen Schichten verständlich. Die regional vorhandenen magnetischen Eigenschaften lassen den Standpunkt berechtigt erscheinen, daß sich in nicht allzu großer Tiefe unter dem Pazifik eisenhaltige Mineralien wie Olivin, Pyroxene usw. an der Abkühlungsfläche als normale Frühausscheidungen des gabbroidalen Magmas gebildet haben. Verschiedene Argumente werden gegen die Wahrscheinlichkeit wesentlichen gravitativen Absinkens dieser Frühkristallisationen geltend gemacht und so der Schluß gezogen, daß unter dem pazifischen Ozean in mäßiger Tiefe Schichten von ähnlicher Zusammensetzung wie die liegenden Teile der Bushveld-Intrusion, nämlich Dunit, Pyroxenit usw. folgen werden. Der weitere Verlauf des Kristallisationsprozesses ist schwer zu übersehen. Es besteht die Möglichkeit, daß das subkrustale Magma im Vergleich zur festen Kruste als unendlich großes Reservoir angesehen werden kann, aus dem praktisch unbegrenzt Frühkristallisationen des gabbroidalen Magmas bezogen werden können. Dann würden die gesamten subpazifischen Schichten aus Duniten, Pyroxeniten usw. bestehen. Wahrscheinlicher aber erscheint, daß sich mit deren Ausscheidung schon die in kleineren Instrusivkörpern beobachtete Anreicherung der Alkalimetalle usw., der flüchtigen Bestandteile und zunächst auch der Schwermetalle geltend macht, so daß weiterhin - unter dem Einfluß des mit der Krustendicke wachsenden Druckes - Eklogite folgen würden. Endlich werden auf dem Boden der Drifttheorie die Verhältnisse am Ostrand der beiden Amerikas erörtert, und eine Reihe von geophysikalischen Fragen aufgeworfen. Dabei wird darauf hingewiesen, daß man an einen Zusammenhang der andinen Lagerstätten-Provinz mit dem Kristallisationsprozeß des subpazifischen Magmas denken kann in folgender Verknüpfung: Bei der Bildung der subpazifischen Dunite, Pyroxenite usw. entsteht durch Entzug der Frühkristallisationen eine Schmelze, die sehr viele Elemente neben flüchtigen Bestandteilen stark angereichert enthält, die im Gitter der Frühausscheidungen nicht aufgenommen werden können. Diese Schmelze erhält die Möglichkeit zum Aufstieg dadurch, daß an der Grenze des driftenden Kontinental-Blocks gegen die festeren subpazifischen Schichten eine Schwächezone besteht, die diesen Charakter um so mehr tragen wird, je größer die Kräfte der Westdrift sind, die dem Erdball in der Hauptsache durch kosmische Ursachen aufgezwungen werden.