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Die Stellung des Richelsdorfer Gebirges zum Thüringer Walde und Rheinischen Schiefergebirge

Bein, Georg

Kurzfassung

I. Einleitung. 1. Geographie und Morphologie: Vorliegende Arbeit behandelt das Zechsteingebiet zwischen Ringgau, Bebra und Altmorschen. Dies Gebiet ist schon in der ältesten geologischen Literatur als Richelsdorfer, Sontraer und Rotenburger Zechsteingebirge bekannt. Das Richelsdorfer Gebirge ist ein Teil des Niederhessischen Berglandes. Es liegt im Herzen Deutschlands, in der Nordwestverlängerung des Thüringer Waldes, zwischen ihm und dem Nordostrande des Rheinischen Schiefergebirges, und ist zum großen Teil ein flachwelliges Buntsandsteinland. Vor allem steht unterer Buntsandstein an. Das Gebiet des unteren Buntsandsteins zeigt ausgeglichene Oberflächenformen. Die Täler sind breit und mit einem ebenen Talboden versehen. Dies alles ist durch die gleichartige Zusammensetzung der Schichten bedingt. Nur an einer Stelle ist mittlerer Buntsandstein erhalten. Infolge der Widerstandsfähigkeit und Härte der Werksteinbänke bildet er die höchste Erhebung in der Gegend. Mit 550 m liegt der Alheimer sogar höher als der Ringgau. Ein ganz anderes Bild bietet die Oberfläche der Kalkformation des Zechsteins. Sie ist viel unruhiger als die der Buntsandsteinlandschaft. Die Tallinien sind bewegter bei breitem Talboden, die Hänge viel unregelmäßiger. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Hügel und Kuppen, selbst hohe Felsen steigen unvermittelt aus dem Tale oder über den allgemeinen Böschungswinkel empor. Dies wird verursacht durch die Salzauslaugung und die verschiedene Verwitterungswiderstandsfähigkeit des Gesteins. Damit hängen auch die im Gebiete des mittleren Zechsteins, des oberen Zechsteins und des unteren Buntsandsteins vorhandenen Erdfälle und Einbruchseen zusammen. Zahlreiche Erscheinungen deuten im Richelsdorfer Gebirge auf Gips- und Salzauslaugung hin. Etwa 0,5 km östlich Berneburg ist in der Nähe des Kalkofens auf der Nordseite des Sontratales eine für das ganze Gebiet typische Trichterlandschaft durch die Weglösung des Anhydrites bzw. Gipses im mittleren Zechstein entstanden. Durch solche Trichterreihen, die an Spalten gebunden sind, können Tallinien vorgezeichnet werden. Im Holzgrund zwischen Ober- und Niederellenbach fließt auf Bl. Altmorschen der Osterbach über und zwischen Gips hin. Durch Lösung des Gipses ist das Bachbett an vielen Stellen tief eingesenkt. In Spalten und Höhlen können solche Bäche plötzlich von der Tagesfläche verschwinden, ein Stück unterirdisch weiterfließen und dann wieder hervortreten. ...