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Sedimentation subaërischer Sedimente (Sand und Löß)

Klähn, Hans

Kurzfassung

Einleitung: Es ist die Aufgabe des sedimentpetrographisch arbeitenden Geologen, alle Phasen eines Sedimentationsvorganges zu erforschen, ferner alle Eigenschaften zu untersuchen, welche das Sediment während der Sedimentation besitzt, selbst wenn diese im Verlaufe derselben verlorengehen. Ich habe mir in diesem Aufsatze die Aufgabe gestellt, die Phase, welche zwischen der Aufwirbelung von Sand und dem subaërischen Absatz liegt, ferner die Eigenschaften, welche das genannte Sediment während dieser Phase besitzt, experimentell zu beleuchten. Es handelt sich 1. um die Untersuchung der Elektrisierbarkeit des Sandes und 2. der Abhängigkeit des Volumens frisch sedimentierten Sandes und Staubes von verschiedenen Faktoren. Hierbei wird, da nur die rein subaërische Sedimentation in Frage steht, der Einfluß des Wassers nicht berücksichtigt. Es ist selbstredend, daß nur ein Teil der Versuche, besonders solche über die Elektrisierung des Sandes, auf die natürlichen Verhältnisse angewandt werden kann, und es wird deshalb besonders auf die Auslese der Versuchsergebnisse bezüglich ihrer Übertragung auf die Vorgänge in der Natur eingegangen, was speziell den Löß angeht. Die Grenze gegenüber der Physik und Meteorologie mußte hie und da etwas übertreten werden, doch lasse ich mich nur soweit auf Erklärungen ein, als dies unbedingt zum Verständnis der physikalischen Vorgänge nötig ist. Es sei noch bemerkt, daß, wenn nichts besonderes gesagt wird, die in den Tabellen dargestellten Resultate aus Mittelwertsberechnungen von Versuchs reihen-Ergebnissen hervorgegangen sind. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Herrn Professor KÄHLER vom Observatorium in Potsdam für Hinweis auf Literatur und Herrn Dr. DÖLL, früher an der Wetterwarte in Rostock, für Gedankenaustausch bestens zu danken. Die seit Einsendung des Manuskriptes (20. September 1930) erschienene Literatur konnte nicht berücksichtigt werden. I. Vorbemerkungen. Versuchsmaterial: Zu den Versuchen verwandte ich teils ganz reines und teils gemischtes Material. 1. Das reine Sandmaterial ließ ich mir von den Dörentruper Sand- und Tonwerken schicken. Für ihr Entgegenkommen spreche ich der genannten Firma auch an dieser Stelle meinen besten Dank aus. Es handelt sich bei dem Dörentruper Kristallsand (,OB"), aus welchem auch die ,Mehle" hergestellt werden, um einen feinkörnigen, weißen Sand, welcher fast nur aus Quarzkörnchen besteht, in welche hie und da ein dunkleres Korn eingeschaltet ist. ...